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Das Horoskop als ein Weg zur Freiheit


Autor:

Klaus Schäfer-Blankenhorn

Seiten:

220

Preis:

22,00 EUR

Status:

Wird vorgemerkt


Noch nie ist der Versuch, Astrologie auf anthroposophischer Grundlage darzustellen so gut gelungen, wie in diesem Buch. Ohne Vorwissen zu strapazieren vermittelt der Autor , wie sich Denken, Fühlen und Wollen im Horoskop darstellt. Entsprechend lässt sich das Horoskop auf drei Bedeutungsebenen betrachten und dementsprechend wandeln sich auch die Planeten auf den jeweiligen Ebenen. Ein interessanter Ansatz! Dargestellt an Hand von Beispielen aus Leben und Werk des Dichters Rainer Maria Rilke
 
 
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Drei Arten, die Freiheit vom Horoskop zu erleben


Ganz im Gegensatz zu einer auch heute noch weitverbreiteten Auffassung sind „Freiheit“ und „Astrologie“ keine Begriffe, die sich widersprechen müssen. Selbstverständlich gibt es dort keine Freiheit, wo die alte Ansicht herrscht, dass der Mensch von den Sternen abhängig ist und nur in dem Maße handeln kann, wie es die Konstellationen in seinem Horoskop zulassen. Im Unterschied dazu wurden bisher drei verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, die Freiheit vom Horoskop erleben zu können.

Der erste Hauptsatz

- das Grundprinzip der Gleichheit – führt dazu, im Denken die Freiheit vom Horoskop zu erleben. Der Mensch besitzt die Freiheit, alles was in seiner Seele vorgeht, objektiv zu betrachten. Er kann sich dadurch mit seinem Bewusstsein von seiner Seele –und damit auch von der Struktursprache seines Horoskops -absetzen.

Der zweite Hauptsatz
- das Grundprinzip der Freiheit – führt dazu, im Wollen die Freiheit vom Horoskop zu erleben. Der Mensch besitzt die Freiheit, Entscheidungen darüber zu treffen, was er selbst im Sinne seines persönlichen Strebens nach Weiterentwicklung für sein Leben unternehmen möchte. Das Horoskop kann ihm verdeutlichen, wozu seine Seele mehr instinkthaft drängt. Er kann sich dadurch leichter bewusst darüber hinwegsetzen und seine Seele eine frei gewählte Entwicklungsrichtung einschlagen lassen.

Der dritte Hauptsatz
- das Grundprinzip der Brüderlichkeit –führt dazu, im Fühlen die Freiheit vom Horoskop zu erleben. Wo erkannt und gefühlt werden kann, was das Horoskop für einen selbst, also für seinen persönlichen Mikrokosmos bedeutet, kann auch die Umstülpung zur entsprechenden makrokosmischen Bedeutung erfahren werden. Mit „Fühlen“ wird hier die Empfindung der Einheit von Makrokosmos und Mikrokosmos gemeint. Das ist die Empfindung, Anteil zu haben an einem größeren Zusammenhang. Es kann hier das Erlebnis des Goetheschen Faust gedacht werden, wenn er empfindet „wie Himmelskräfte auf und nieder steigen und sich die goldenen Eimer reichen.“ Die Planeten, Tierkreiszeichen, Häuser usw. haben nicht nur eine persönliche Bedeutung, sondern auch eine überpersönliche. Wenn die persönliche Bedeutung klar gefühlt werden kann und auch ein ebenso klares Bewusstsein über die entsprechende überpersönliche Bedeutung besteht, kann das Horoskop zur Brücke zum Geist werden. Das ist das Prinzip der Umstülpung.

Dieses Prinzip kann im Grunde für die gesamte zukünftige Astrologie gelten. Die alte Astrologie hat den Menschen den Sternen unterworfen und in das Gefängnis einer bestimmten irdischen Persönlichkeit gepresst. Dies war der damaligen Zeit entsprechend sinnvoll, da der Mensch damals überhaupt noch nicht das entwickelt hatte, was heute unter „Persönlichkeit“ verstanden wird.

Die neue Astrologie muss sich zum Ziel setzen, den Menschen wieder aus den Mauern einer bestimmten irdischen Persönlichkeit herausführen zu können und seinen Bezug zu einem höheren geistigen Zusammenhang zu wecken. Dies kann nur gelingen, wenn die Astrologie selbst lebendig werden kann. Allem Lebendigen, und nicht zuletzt dem Menschen selbst, liegt aber eine Dreigliederung zu Grunde.

Deshalb sollte die bisherige Darstellung dazu dienen, die alte Wissenschaft der Astrologie durch die Einführung einer Dreigliederung zu verwandeln. Es wurde versucht, eine neue zeitgemäße Astrologie dreigegliedert nach den Grundsätzen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit darzustellen. Die Gleichheit bezieht sich dabei auf die Mond-Ebene, in der sich am ehesten die übliche nüchterne Wissenschaftlichkeit wiederfinden lässt. Mit der Sonnen-Ebene, die dem Motiv der Freiheit entspricht, kommt etwas Schöpferisches in die Astrologie hinein. Sie wird dabei auch zur Kunst erhoben. Und im Bereich der Brüderlichkeit schließlich, auf der Saturn-Ebene, wird sie zur Religion.

Obwohl der Jupiter- und der Sonnenprozess erst nachher näher zur Sprache kommen, können jetzt schon, da die Vorgehensweise bekannt ist, die sieben klassischen Planetenprozesse in einer Übersicht dargestellt werden. Es werden immer jeweils zwei Verwandlungsprozesse unterschieden. Dies ist es, was zu einer Dreigliederung der Astrologie führt. Obwohl diese drei Ebenen klar auseinander gehalten werden müssen, sind sie doch auch alle miteinander verwandt und können nicht unabhängig von den anderen beiden Ebenen existieren.
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