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Astromedizin Heute
Autor:
Birgit Böhmig und Petra Dörfert (Hrsg.)
Seiten:
144
Preis:
22,00 EUR
Status:
Verfügbar
Aus dem Inhalt:
Birgit Böhmig: Ansätze in der prozess-orientierten Homöopathie
Dr. Olaf Koob: Planetare Bezüge aus der Sicht der anthroposophischen Medizin
Dr. Christian Klee: Die astrologischen Häuser als Basis astromedizinischer Interpretation von Horoskopen
Monika Herr: Stundenastrologische Techniken in der Astromedizin –
Petra Dörfert: Transite als therapeutische Wegweiser
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Transite als therapeutische Wegweiser
Wenn es in einem Horoskop um ein Krankheitsgeschehen geht, dann frage ich immer sehr genau nach, wann die Erkrankung ausgebrochen ist bzw. wann sie festgestellt wurde oder wann die erste Operation stattgefunden hat, denn die Transite weisen die Spur zum „Einfallstor“ für die Somatisierung eines psychischen Geschehens. Man könnte auch sagen, sie sind der „Knackpunkt“, an dem sich die aktuelle Problematik entzündet und daher am fruchtbarsten aufgerollt werden kann.
Zudem lassen die Transite erkennen, was gerade „dran“ ist – und auch was weniger, denn in einer Krisensituation kann es überfordernd sein, alle Problembereiche des Horoskops auf einmal anzusprechen. Darüber hinaus gibt der Transit-Planet oft schon von seinem Charakter her Fingerzeige, welche Therapieform am besten anschlagen könnte.
Vor der Analyse der Transite steht natürlich die grundsätzliche Betrachtung des Horoskops. Um die Bedeutung eines Krankheitsgeschehens verstehen zu können, gilt es, sowohl die Psychodynamik des Horoskops als auch die möglichen Kanäle der Somatisierung zu erfassen. Nicht jedem schlägt ja der Ärger auf den sprichwörtlichen Magen, manche bekommen auch einen Bluthochdruck davon, andere Kopfschmerzen oder Depression. Wichtig ist, dass der Astromediziner beide Ebenen im Blick behält, wenn er untersucht, welche Punkte im Horoskop gerade durch welche Planeten „angetickt“ werden.
Auf die psychische Ebene werde ich später bei den Fallbeispielen näher eingehen. Ich denke, ich muss an dieser Stelle nicht weiter erläutern, dass Menschen mit einer Konjunktion von Sonne und Saturn die Tendenz haben, sich unter Leistungsdruck zu setzen, oder mit einer Mars-Pluto-Opposition oft kaum wissen, wohin mit der vielen Energie. Dass das zu Krankheitserscheinungen führen kann, ist eine naheliegende Vermutung. Um die Auslösefunktion der Transite jedoch auch auf der körperlichen Ebene verstehen zu können, ist es unabdingbar, sich zunächst mit der Frage zu beschäftigen, wie man erkennen kann, wo sich die Krankheitserscheinungen auf der körperlichen Ebene manifestieren können. Wir müssen also vorab ganz allgemein noch etwas über das – nicht unheikle – Thema der Krankheitsdispositionen nachdenken.
Ein Horoskop zeigt grundsätzlich an, welche körperlichen Schwachpunkte bestehen. Ob eine solche Disposition jemals zu einer Erkrankung führt, ist jedoch völlig offen. Auch schwierige Transite über Problemkonstellationen ziehen nicht zwangsläufig einen Krankheitsausbruch nach sich. Das kann zwar passieren, aber gerade, wenn der Astrologe darauf wartet, geschieht es glücklicherweise eher nicht! Genauso kann ich die Ansicht, dass sich ungelebte Konstellationen und unerlöste Probleme unausweichlich in Krankheiten niederschlagen, nicht generell bestätigen. Es gibt Menschen, die mit ihren Verdrängungen steinalt werden – und dabei völlig gesund bleiben.
Natürlich sollte man sich niemals dazu hinreißen lassen, einem Klienten irgendeine der Dispositionen, die man in seinem Horoskop zu erkennen glaubt, zu nennen. Klienten vom Typus „übervorsichtige Art“ möchten manchmal unbedingt wissen, für welche Krankheiten sie, astromedizinisch gesehen, prädisponiert sind. Auf solche Erörterungen lasse ich mich grundsätzlich nicht ein, selbst wenn der Patient beteuern sollte, dass er ja einfach nur Prävention betreiben möchte. Nicht jeder geht nämlich so rational mit den Informationen um, wie er im Vorfeld glauben machen will, d.h. eine Andeutung in Richtung Herz, zum Beispiel bei Sonne-Pluto-Quadrat, könnte durchaus dazu führen, dass vor lauter Besorgnis plötzlich Herzrhythmusstörungen ausgebildet werden. Auch Androhungen wie: „Wenn Sie so weiterrauchen wie jetzt, dann bekommen Sie mit Ihrer Merkur-Pluto-Konjunktion bestimmt einmal Krebs!“, verbieten sich natürlich von selbst – auch wenn ein Gespräch über die Tendenz zu selbstschädigendem Verhalten in diesem Fall angebracht sein könnte.
Im eigenen Horoskop sollte man ebenfalls nicht zu intensiv nach Krankheitsdispositionen forschen, denn dies tut nicht unbedingt gut. Falls Sie es doch tun sollten, was nach all diesen Vorträgen heute gut sein könnte, dann machen Sie sich bitte klar, dass man in jedem Horoskop durchaus fünf, sechs Konstellationen findet, die mit einer schweren Krankheit in Zusammenhang stehen können. Das ist normal, das findet sich fast in jedem Horoskop, da darf man sich nicht verrückt machen lassen!
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