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Wolfgang Somary : Die Kosmologie des Geldes
 

Die Kosmologie des Geldes


Autor:

Wolfgang Somary

Seiten:

220

Preis:

22,50 EUR

Status:

Verfügbar


Offen über Geld zu sprechen ist in unseren Kulturkreisen meistens tabu. Die Stimme erhärtet sich, der Atem stockt, das Gesicht verzieht sich zur Maske. Geld mag Gesprächstoff sein für Ökonomen, die dessen Auswirkungen, aber nicht dessen Wesen besprechen.

Das Wesen des Geldes lässt sich allfällig kosmologisch und mythologisch untersuchen. Welche Symbole schmücken das Geld und was ist deren Aussage? Wie offenbaren sich Banken als Hüter des Geldes? Wie wird mit Geld umgegangen? Warum bewegt sich der Barometerstand des kollektiven Vertrauens oft unabhängig von den momentanen Wirtschaftsindikatoren? Was bedeutet der Spruch „Geld ist Energie"? Wie hat sich in der vergangenen Generation die Einstellung zum Geld gewandelt? Wie ist der Zusammenhang zwischen Ökonomie und Zeitqualität? Solche Fragen untersucht Wolfgang Somary in einer bildhaften Weise und führt den Leser inspirativ durch die alchemischen Vorgänge des Geldes und des Wirtschaftens.
 
 
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biografie

Wolfgang Somary

, alt-Privatbankier in Zürich, Ökonom, Publizist und Referent über die Qualität der Zeit, preisgekrönter Dichter in England, Förderer interkultureller Arbeit.
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leseprobe

Die Verbindung von Jupiter und Pluto



Die harmonische Verbindung der Planeten Jupiter und Pluto weist auf die Akquisition von Reichtum und Macht; die dissonante Verbindung von Saturn und Pluto auf deren Zerstörung. Pluto ist Symbol für das Stirb und Werde; er regiert im Sektor des Zeitbildes, welches als Haus von Eros und Tod bezeichnet wird. Das entspricht wohl dem Mythos, Gold sei versteinertes Sonnenlicht, und es entspricht auch der Feststellung von Lloyd Demause in seinem Aufsatz „,Kopf und Zahl’. Geld als Giftbehälter" (englisch: ,Heads and Tails`. Money as a Poison Container) in der Sommer-Ausgabe (1988) des Journal of Psvchohistory, dass auf der „Zahl"-Seite von Geldscheinen Symbole von Tod, Schuld und Zerstörung abgebildet sind, wie zum Beispiel Grabstätten, Raubvögel, Äste von Opferbäumen, phallischer Geigenbogen auf weiblichem Musikinstrument, Vögel als Totenboten etc. Obwohl er übertreibt, um seine These zu untermauern: Viele „Zahl-seiten" (auf englisch spricht man von Schwanz statt von Zahl) zeigen Symbole, welche auf die Vergänglichkeit des Lebens hinweisen, insbesondere die frühere Tausendfrankennote der Schweiz mit den drei Ameisen und noch ausgeprägter deren Vorgängerin mit dem Totentanz; die frühere Fünfhundertfrankennote mit dem Gang der Sterblichen zum Jungbrunnen; der französische Fünfhundertfrancschein mit den Tod bringenden Revolutionären; der frühere Fünfzigmarkschein mit den Kerkertürmen, die kanadische Zehndollarnote mit den Ölraffinerien (Erdöl als verwandelte Vegetation); ganz zu schweigen von der amerikanischen Dollarnote mit der Pyramide (Grabstatt Pharaos), dem allsehenden Auge Gottes und des Adlers, als königlicher Raubvogel.

Wie ich beobachte, werden „Zahlseiten" von Geldnoten meistens von Gebäuden geschmückt - von Kirchen, Tempeln, Burgen, Mausoleen, Amtshäusern, auch von Symbolen der Arbeit und von Tieren, die oft als Glücksbringer gelten, so wie die Drachen, Löwen und Schildkröten auf den einstigen Hong Kong-Dollarnoten, der Elefant auf dem nepalesischen Tausendrupienschein oder der Adler, als höhere Dimension des skorpionischen Zeichens, auf Dollar- und D-Marknoten. Kosmologisch gesehen, hätte Demause darauf hinweisen können, dass die „Kopfseite" des Geldscheins im Zeitalter der Fische die lebensbringende Sonnenkraft, etwa das souveräne Staatsoberhaupt, anruft, im Advent des Wassermann-Zeitalters hingegen Wissenschaftler und Künstler oder gar Brückenbogen und Blumenträgerinnen, während die „Zahlseite" auf den Prozess der Wandlung aufmerksam macht. Ich sehe darin eher eine kreuzförmige Polarität zwischen den Fix-Zeichen Löwe-Wassermann und Stier-Skorpion, wobei das gekrönte Haupt dem Löwen, der Künstler und Wissenschaftler dem Wassermann, unser irdisches hic et nunc dem Stier und die Symbole von Tod und Verklärung dem Adler entsprechen. Durch den Hinweis von Demause lässt sich begreifen, wieso ein mit der Spitze des Geldhauses in den Zwillingen Geborener (besetzt vom Mond in Dissonanz zu Saturn, das Geldhaus regiert von Merkur im Exil, aber in Einklang mit Pluto im vierten Haus [Bereich des Anfangs und des Endes aller Dinge]), Geld als „diesen Müll" bezeichnet. So unschmeichelhaft es auch klingt, deckt sich doch dieses Beiwort mit Demauses Hinweis auf die Schattenseite des Geldes. In Grimms Märchen scheißt der Dukatenesel Goldmünzen, und es wird in Erinnerung gerufen, dass die Azteken Gold als den „Scheiß der Götter" bezeichneten. Diese verwendeten Gold, um die Gesichter ihrer Herrscher im Leben wie im Tod zu schmücken, und nicht wie deren spanische Eroberer als Grundlage des Reichtums
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