Harmonics - Schlüssel zur astrologischen Aspektdeutung

Einführung und praktische Anwendung
Art.-Nr.: 174

David Bolton

Produktform:  Hardcover, zahlreiche Abbildungen, mit Software-CD "Omnicycles" zur einfachen Berechnung der Harmonics.
Seitenzahl:  180
ISBN:  978-3-89997-174-3
EAN:  9783899971743
Menge:
lieferbar Gewicht: 0.332 kg

Produktdetails

Harmonics sind Unterhoroskope, die verborgene Aspektstrukturen eines Horoskops sichtbar machen. Der Autor erklärt das Zustandekommen der Aspektreihen und wie man daraus die Harmonics-Horoskope ableitet. Dann geht er ausführlich auf die Harmonics 1 bis 12 ein. Er gibt praktische Ratschläge und behandelt zahlreiche anschauliche Beispiele von Harmonic-Horoskopen sowie deren Einsatz in der Prognose und in der Synastrie. Mit der beigefügten Software können Sie alle Harmonics problemlos selbst berechnen.

Autorenporträt

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 David Bolton David Bolton (1955) geboren in Baltimore, Maryland. Er lebte viele Jahre in Deutschland und befasst sich seit über 30 Jahren mit Astrologie. Hauptberuflich ist er als Konzertmusiker (Cembalo) und Sprachlehrer tätig. Gemeinsam mit Juan Manuel M. Puertas entwickelte er die Software Omnicycles.

Leseprobe

Zur Deutung der astrologischen Aspekte

In der Tat ist die Aspektuntersuchung unentbehrlich für die fachgerechte Deutung des Horoskops. Die Winkelbeziehungen zwischen einzelnen Faktoren (Sonne, Mond, die Planeten, usw.) des Geburtsbildes können dem Astrologen wichtige Hinweise geben, sowohl auf mögliche Probleme wie etwas spannungsreiche Krisen als auch auf Begabungen oder friedlichere Entwicklungsmomente des Klienten. „Gut-schlecht“, aber auch die etwas neutraler klingende Formulierung „positiv-negativ“ sind heutzutage bekanntlich höchstens unzulängliche Beschreibungen für Trigon und Sextil einerseits, Opposition und Quadrat andererseits. „Angenehm“ oder „unangenehm“ treffen zwar bezüglich des subjektiven Erlebnismomentes oft zu, sagen uns aber nur im Groben, wie der Aspekt vom Einzelnen empfunden wird, und überhaupt nicht, was ihm unter Umständen vom Leben mittels dieses Winkels abverlangt wird, wie er damit umgehen kann, und vor allem – der Wille zur lebensbejahenden Weiterentwicklung vorausgesetzt – was für Möglichkeiten in sogar dem oberflächlich gesehen „schlimmsten“ Winkelbeziehungen verborgen liegen können.

Sicherlich macht z.B. ein Quadrat vom Mars zum Saturn das Leben nicht „leichter“: Widerstände scheinen oft vorprogrammiert zu sein. Wird man aktiv, kommt mit entmutigender Regelmäßigkeit gleich die „Bremse“. Ob diese nun in der Form eines anderen, von mir als hinderlich empfundenen Menschen, einer frustrierenden Situation, oder als eine aus irgendwelcher dunklen Ecke meines Selbst emporsteigende Hemmung erscheint, ist zunächst unerheblich. Tatsache ist, dass man in der Regel darunter leidet. Aber wie könnte sich ein solcher Aspekt auf positive Weise ausdrücken? Hat er auch konstruktive Seiten?

Die Musik Johann Sebastian Bachs zeichnet sich durch eine Meisterschaft der Form aus, die man wohl als einmalig bezeichnen kann. Seine frühesten uns bekannten Werke bezeugen jedoch deutlich, dass die erstaunliche Handhabung der formtechnischen Möglichkeiten (etwa bei der Fugenform) bei weitem keine Fähigkeit war, die dem kleinen Sebastian in die Wiege gelegt wurde. Sicherlich wird hier die biologische Erbschaft eine große Rolle gespielt haben. Johann Sebastian war immerhin Sprössling einer Familie, in der es fast Tradition geworden war, dass man Musiker wurde. Auch die frühzeitig begonnene musikalische Erziehung wird ihm äußerst günstige Voraussetzungen für den späteren Erfolg gegeben haben. Doch aus astrologischer Sicht darf man fragen, ob es diesem, dem überaus größten der Bach’schen Sippe, möglich gewesen wäre, die höchsten kompositorischen Gipfel zu erreichen, hätte er nicht Mars (11° Schütze) im gradgenauen Quadrat zu Saturn (11° Jungfrau) gehabt? Hier wurde der Kampf (Mars-Quadrat) um die Form (Saturn), die geordnete Formung (Saturn in Jungfrau) des nach Höherem strebenden Willens (Mars im Schützen) zugleich zum geistigen und beruflichen Lebensinhalt gemacht, und die Früchte – das Gesamtwerk Bachs – gehören nun dem Kulturschatz der Menschheit an. Es wäre sicherlich naiv, das Genie Bachs mit einem einzigen Aspekt – oder überhaupt rein astrologisch – „erklären“ zu wollen, doch die Rolle dieses Mars/Saturn-Winkels in seinem kompositorischen Schaffensprozess ist eindeutig zu erkennen.

Das so gern gesehene Trigon liefert uns ein einleuchtendes Beispiel für die mögliche Zweideutigkeit auch dieses Aspektes. Die Mond-Mars-Trigone in den Horoskopen des legendären Sehers Nostradamus sowie des bedeutenden amerikanischen Astrologen Marc Edmund Jones mögen diesen geholfen haben, ein positives (Trigon) Einsetzen (Mars) ihres Einfühlungsvermögens (Mond) zu ermöglichen, was ihnen sicherlich bei ihrer astrologischen Arbeit behilflich war. Doch könnte derselbe Aspekt bei einem anderen Horoskopeigner unter Umständen auch bewirken, dass er vielleicht allzu schnell (Mars) bereit wäre, sich gefühlsmäßig an andere auszuliefern? Das Mond-Mars-Trigon im Geburtsbild Eva Brauns könnte hierfür als Beispiel dienen. In diesem Falle stehen Mond und Mars auch im Trigon zu einer Merkur-Uranus Konjunktion; man würde hier normalerweise vermuten, dass intuitiver Verstand (Merkur / Uranus), persönliche Durchsetzung (Mars) und Gefühl (Mond) in glückbringender Verbindung stünden. Ohne Zweifel war die Vorstellung, heimliche Geliebte des Führers zu sein, der Wunschtraum etlicher deutschen jungen Frauen der damaligen Zeit. Doch es gab bestimmt auch damals Frauen, die sich unter dem Begriff „Liebesglück“ etwas anderes hätten vorstellen können, als in wilder Ehe mit einem rücksichtslosen Kriegstreiber zusammenzuleben.

Natürlich muss man bei der Deutung eines Radixhoroskops das Ganze berücksichtigen, wobei ich hiermit nicht nur das gesamte Horoskop, sondern auch alle verfügbaren Informationen über Umwelt, Erziehung und Lebensweise des Betroffenen meine. Ich habe hier Einzelaspekte aus dem Gesamtbild herausgelöst, um Wesentliches zu betonen: Kein Aspekt kann pauschal für „gut“ oder „schlecht“ erklärt werden. Selbstverwirklichung verlangt Arbeit am Selbst, nicht nur um Schwieriges zu überwinden, sondern auch um Begabungen und Fähigkeiten aus der Latenz zu heben und sinnvoll zu entwickeln. Oppositionen und Quadrate können zweifellos Fallen sein: innere Unruhe und sich widerstrebende Tendenzen lassen einen womöglich in einem Wirrwarr von Aufregungen und kaum zu bewältigenden Krisen versinken.

Aber wäre es ein Segen, nur Trigone zu haben? Hier lauern auch Gefahren, zwar wohl schwieriger zu erkennen, aber in ihrer Wirkung auf die Gesamtentwicklung des Geborenen womöglich noch schrecklicher: Faulheit, Mangel an Schaffenskraft, die Tendenz, alles einfach „geschehen zu lassen“ können prägend wirken, wenn es an „Spannung“ im Horoskop fehlt. Hat ein Mensch mit solchen Konstellationen nicht den Willen, sein Potential zu verwirklichen, läuft er Gefahr, sein Leben durch ein Übermaß an Passivität zu vergeuden.

Die meisten Leser sind wahrscheinlich schon mit dem Gedanken vertraut, dass die Aspekte nicht als „gut“ oder „schlecht“ klassifiziert werden sollten. Fast alle als seriös zu bezeichnenden Astrologen der Gegenwart betonen dies. Hinzufügen möchte ich lediglich, dass das verstandesmäßige Anerkennen und Akzeptieren dieser Wahrheit wohl bloß der erste Schritt ist. Bliebe er auf dieser Ebene stehen, spräche unser vom Mars-Saturn-Quadrat befallener Freund etwa so: „Es ist zwar ein schweres Kreuz, das ich tragen muss, immer wieder derselbe Frust, aber gute Seiten wird es auch haben, wie zum Beispiel....“ Mag alles auf der Ebene des Erlebens wahr sein, doch das Verharren in einem Denkmuster von “gut“ und “schlecht” ist auch hier nicht zu verkennen.

Nehmen wir beispielsweise Mars Quadrat Neptun: Was ist das? Womöglich hat man oft Schwierigkeiten, schon angefangene Tätigkeiten beharrlich durchzuführen. Täuschungen durch männliche Personen? Viel „Action“ (wenn auch nicht ohne Probleme: Quadrat) im neptunischen Bereich, also „Jenseitiges“, Träume, Musik, oder auf niederem Niveau, Drogen, Alkohol usw., Kampf gegen Unklarheit bei der persönlichen Durchsetzung? Oder betrachten wir es „psychologisch“: Instinktunsicherheit, Enttäuschungen in der Triebsphäre? Wie wäre das „spirituell"? Die Handlungssphäre ist widersprüchlich, führt womöglich weg von der spirituellen Richtung. Was ist nun MarsQuadrat Neptun - , trifft eine Deutung zu oder gar alle? Mag jede Deutung ihre Berechtigung haben, Tatsache ist, dass Mars Quadrat Neptun nur eins ist: Mars Quadrat Neptun, nicht mehr, nicht weniger. Wollte derjenige, dessen Horoskop diesen Aspekt aufweist, wirklich verstehen, welche ihm innewohnende Kraft dieser repräsentiert, könnte in Wirklichkeit kein Astrologe, auch kein Astrologie-Buch ihm die „Wahrheit“ dieses Aspektes vermitteln, weder in all seinen mannigfaltigen Möglichkeiten der Auswirkung, noch – viel wichtiger – in seiner wesentlichen Essenz. Echtes Verstehen ist nicht das Produkt bloßen Auswendiglernens der Einzeldeutungen (dies ist lediglich der erste Schritt zum Ziel), sondern wird nur durch ein intuitives In-sich-Aufnehmen der Grundprinzipien erreicht. Wenn man – aufgrund intensiver Studien, Forschungen, Nachdenkens, Meditation – die Planeten, Zeichen, Häuser und Aspekte erkannt hat, braucht man kein „Deutungskochbuch“ mehr, sondern kann selbst kreativ deuten. Man ist dann in der Lage, das individuelle Geburtsbild in Beziehung zum lebendigen Menschen zu setzen, um dadurch dessen Wesen besser zu verstehen und um (im Falle einer Beratung) ihm zu helfen, sein Leben sinnvoll zu gestalten. Ein solches intuitives Erfassen der astrologischen Deutungsfaktoren kann wohl nur durch jahrelange Auseinandersetzung mit dem Thema entwickelt werden (Hellsichtigkeit nicht vorausgesetzt).

Jeder sein eigener Astrologe, die Astrologie gar als allgemeines Schulfach? Schön wär’s! Es wäre allerdings naiv, solche Zustände in unseren Zeiten zu erwarten. Schließlich gibt es auch andere sinnvolle Lebensbeschäftigungen, und nicht einmal jeder Astro-Interessierte will sich jahrelang diesem Fach widmen. Also bleibt bei uns Astrologen die Verantwortung, beispielsweise eine Konjunktion Sonne-Uranus etwas ausführlicher zu deuten. Aber vergessen wir niemals, dass im Grunde genommen „Sonne Konjunktion Uranus“ allein alles aussagt, was wirklich ist. Und wenn wir einige von deren möglichen Auswirkungen in Worte kleiden, betonen wir auch gleichzeitig, was der Mensch, in seiner spezifischen Situation lebend, tun kann (niemals „soll”!),um die schönsten Möglichkeiten dieses seines Aspektes zu verwirklichen.

Bei schon Verstorbenen (etwa bei der Untersuchung der Geburtsbilder historischer Persönlichkeiten) kann ab und zu recht Eindeutiges ausgesagt werden, denn das Potential des Horoskopes hat sich schon – beim einen mehr, beim anderen weniger – realisiert. Ein eingehendes biographisches Studium verrät uns oft, wie diese Entwicklung ausgesehen hat und wie sie vor sich ging. Aus diesem Grunde habe ich bei der Vorbereitung dieses Buches weit über zweihundert Geburtsbilder bekannter Persönlichkeiten per Computer berechnet, und per Hand samt Aspektbildern gezeichnet, um die verschiedenartigen Auswirkungen auch ähnlicher Konstellationen studieren zu können. Einige dieser Beispiele führe ich im vierten Kapitel an. Es erörtere aber auch die Geburtsbilder noch lebender, d.h. sich noch in der Entwicklung befindlicher Menschen. In solchen Fällen gebe ich zuerst einige tatsächliche Lebensgegebenheiten an, damit bei der Deutung die astrologischen Entsprechungen nicht allzu „abstrakt“ abgehandelt werden. Bei einer Beratung wäre es natürlich auch wichtig, möglichst viel von der bisherigen Entwicklung des Klienten zu wissen, damit man ihm umso konkretere Vorschläge für sein weiteres Leben machen könnte.

Wer uns bis hierher gefolgt ist, mag glauben, dieses Buch beschäftige sich vor allem mit Trigonen, Quadraten und den anderen sogenannten „Hauptaspekten“. Dies trifft bei weitem nicht zu, denn es ist das Ziel dieses Werkes, dem Lernenden eine Aspekttheorie darzulegen, welche die Anzahl der bei der üblichen Betrachtungsweise vorhandenen Deutungsmöglichkeiten geradezu vervielfältigt. Mein Versuch ist jedoch nichts Neues. Hans-Jörg Walter hat schon 1981 in seinem hervorragenden Buch „Entschlüsselte Aspektfiguren“ den deutschen Astrologen den Weg zur Harmonic-Astrologie gezeigt; bedeutende amerikanische bzw. englische Astrologen wie Dane Rudhyar, Robert Hand, Michael R. Meyer, Bil Tierney, David Hamblin und vor allem John Addey haben mit ihren Forschungen und Büchern dazu beigetragen, eine theoretisch fundierte, aber auch praktisch verwendbare Aspekttheorie zu entwickeln. Wenn hierbei die Betonung bei einigen Autoren etwas mehr aufs Theoretische als aufs Praktische gelegt wurde, ist dies allzu verständlich, denn es wird wohl viele Jahre dauern, bis die astrologische Forschung uns die tieferliegenden Bedeutungen etwa der kleinen Aspekte enthüllen kann. Doch der Anfang ist gemacht; Weiterforschen lautet jetzt die Devise!

Im vorliegenden Werk möchte ich mich weniger auf die Theorie als auf die Praxis konzentrieren. Dem Leser soll vermittelt werden, was Aspekte sind, und was sie zur Gesamtdeutung des Geburtsbildes beitragen können. Vor allem soll er die Bekanntschaft mit den sogenannten „kleinen“ Aspekten machen, die so oft recht auffallend in der Wirkung sind und ohne die viele Bilder gar nicht richtig erfasst werden können.

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