Spielfeld der Götter

C. G. Jungs Archetypenlehre und die Astrologie
Art.-Nr.: 3296

Brigitte Romankiewicz

Produktform:  Paperback, zahlreiche Abbildungen, Ladenpreis aufgehoben
Seitenzahl:  165
Erscheinungsjahr:  2002
ISBN:  978-3-925100-69-7
EAN:  9783925100697
Menge:
lieferbar Gewicht: 0.22 kg

Produktdetails

Archetypen sind unsichtbare Wirkfaktoren in unserer Psyche, die auf unterschiedlichen Ebenen zum Ausdruck kommen können. Was die Astrologie mit Jungs Archetypenlehre verbindet ist die Tatsache, dass beide auf handfesten Beobachtungs- und Erfahrungstatsachen beruhen. Die Astrologie hat im Laufe einer langen Versuchszeit alle archetypischen Situationen des Menschen in symbolische Bilder gefasst und sie bedient sich einer archetypisch verschlüsselten Sprache. Gelingt dies, so bietet die Astrologie die Möglichkeit, unbewusste Vorgänge für das Bewusstsein objektiv zugänglich zu machen und das, was Jung Archetypen genannt hat zu ordnen. Die Autorin belegt in diesem Buch, dass der astrologische Tierkreis ein archetypisches Bezugssystem ist. Sie zeigt ferner, dass die Planeten archetypische Kräftezentren sind, mit deren Hilfe man sehr genau einkreisen kann, welcher Archetypus gerade zur Entwicklung ansteht.

Mit sehr viel Sachkenntnis erläutert die Autorin beide Themenbereiche und belässt es dabei nicht bei Annahmen oder Behauptungen. Vielmehr entwickelt sie Ihre Aussagen immer anhand konkreter Bezugnahme auf das Werk C.G. Jungs und hat damit ein fundiertes Grundlagenwerk der psychologischen Astrologie geschaffen.

Autorenporträt

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Brigitte Romankiewicz (1945), Lehrerin bis 1990. Seither vertieftes Studium der Psychologie C. G. Jungs,der Religions- und Kulturgeschichte, der Mythologie, Astrologie und Symboldeutung. Seminare und Vorträge an verschiedenen Institutionen, Vorlesungen am C. G. Jung Institut in Stuttgart

Leseprobe

Archetypus und Astrologie

„E"s gibt so viele Archetypen als es typische Situationen im Leben gibt. Endlose Wiederholung hat diese Erfahrungen in die psychische Konstitution eingeprägt, nicht in Form von Bildern, die von einem Inhalt erfüllt wären, sondern zunächst beinahe nur als Formen ohne Inhalt, welche bloß die Möglichkeit eines bestimmten Typus der Auffassung und des Handelns darstellen."(Jung, GW 9/I, S. 61, § 99).“

Diese archetypischen Lebenssituationen, die sich durch den langen Zeitraum der Bewusstseinsentwicklung des Menschen hindurch seiner Psyche „eingeprägt“ haben (gr. typos = Schlag; Gepräge, Form, Gestalt, Abbild; Vorbild, Muster, Modell) und die laut Jung „Formen ohne Inhalt“ sind, bilden seit mindestens fünf Jahrtausenden das Thema der Astrologie. Ihr formaler und symbolischer Rahmen hat sich vermutlich in einem noch viel weiter zurückreichenden Zeitraum gebildet und wurde in der für Levante und Abendland gültigen Gestalt dann im 4. Jahrhundert v. Chr. formuliert (u. a. von Aratos von Soloi, geb. um 305-315).

Die Astrologie ist ein umfassendes System der archetypischen Erfahrungen des Menschenlebens und „stellt die Summe aller psychologischen Erkenntnisse im Altertum dar (Jung, Einleitung zu „Die Goldene Blüte“, XIV).“

Wie auch Jungs Archetypenlehre basiert sie nicht auf lebensferner Spekulation und mystischer Schwärmerei oder magischem Macht- und Wunschdenken, sondern auf handfesten Beobachtungs- und Erfahrungstatsachen, ist also radikal empirisch und könnte von daher durchaus als Wissenschaft angesehen werden. Das entspricht auch Jungs Sicht, wenn er in „Psychologie und Alchemie“ schreibt:

„"Die Wissenschaft fing bekanntlich bei den Sternen an, in welchen die Menschheit die Dominanten ihres Unbewussten, die sogenannten »Götter« entdeckte; ebenso die seltsamen psychologischen Qualitäten des Zodiakus: eine ganze projizierte Charakterlehre." (GW 12, S. 2856. § 346).“

Die „Dominanten des Unbewussten“, das heißt die Archetypen, werden also hinaus auf die Sterne und Planeten der Astrologie projiziert und diese wiederum erscheinen bildlich als Götter oder göttliche Wesen. Was ist und wie funktioniert nun die Projektion dieser „Dominanten des Unbewussten“ und was hat sie für einen Nutzen?

Der Mensch erlebt bekanntlich nicht nur das, was seinen bewussten Erkenntnisfähigkeiten entspricht. Ein großer Teil unserer Erlebnisse geschieht nicht „nach Plan“, sondern durch unbewusste Vorgänge oder zumindest mit ihrer Beteiligung:

Ein ehrgeiziger Mensch beeilt sich zum Beispiel, pünktlich zu einer Besprechung zu kommen, die er, seiner bewussten Wahrnehmung nach, selbst initiiert und gewollt hat und die er möglichst rasch und positiv erfüllt sehen will. Unvorgesehenerweise jedoch muss er erleben, dass sich allerhand Hindernisse in den Weg stellen: Der Wecker klingelt nicht rechtzeitig, Marmelade tropft aufs frische Hemd, das Auto springt nicht an und der bereits Entnervte muss den Bus nehmen und so weiter. Natürlich kommt er zu spät, überhaupt läuft alles ganz anders, als er es sich in seinen süßen Karriereträumen vorgestellt hatte, er tut und sagt Dinge, die völlig gegen seine bewussten Intentionen gehen. Zu allem Überfluss stellt er noch fest, dass sich sein Gesprächspartner, den er sich sympathisch und wohlwollend vorgestellt hat, als Machtmensch mit allerlei widerlichen Eigenschaften erweist und ihn zu eben jenen Reaktionen veranlasst, die er gerade hatte vermeiden wollen.

Die Situation, die sich aus solchen „Zufällen“ und „Miss-Geschicken“ tatsächlich ergab, steht also in krassem Kontrast zu allen bewussten Kalkulationen, und, nachdem sich unser Unglücksrabe das Haar gerauft und wieder halbwegs gefasst hat, muss er vielleicht eingestehen, dass er im Grunde gehofft hatte, den anderen nach eigenen Wünschen zu manipulieren und zu überrumpeln, und dass das Machtgebaren, das er selbst unterschwellig sich anmaßen wollte, ihn unversehens von der Gegenseite her überrollte. Psychologisch gesehen waren ihm seine eigenen moralisch zweifelhaften Motive dermaßen unbewusst, dass er sein unsympathisches Machtstreben am anderen wahrzunehmen meinte.

Das ist die Art und Weise, wie Projektion funktioniert: Alles, was wir bei uns selbst nicht sehen, schieben wir unbewusst dem Gegenüber zu. Und nicht nur auf Personen kann projiziert werden, sondern auch auf das ganze Ensemble der sie umgebenden Atmosphäre.

Es kann sein, dass wir auf dem Wege zu einer gefürchteten Person die Einzelheiten eines sonst vertrauten, angenehmen Weges plötzlich dämonisch verzerrt finden: Unsere Stimmung hat wie eine dunkel getönte Brille die Wahrnehmung verändert – eine Projektion, eine unbewusst übermächtige Gestimmtheit unseres Unbewussten.

Dasselbe kann natürlich genauso mit umgekehrtem Vorzeichen passieren: Frisch verliebt haben wir die berühmte „rosarote Brille“ auf der Nase, die Welt zeigt sich von ihrer freundlichsten und liebevollsten Seite, und, wie jeder halbwegs reflektierte Mensch weiß: sie zeigt uns diejenige Sonnenseite, die derzeit auch unser Innerstes überglänzt.

Projektion bewirkt, dass wir unbewusste innere Vorgänge als äußere Zustände erleben. Es geht nun nicht darum, sich dieser habituellen Unbewusstheit in vielen Bereichen zu schämen und sich über die Unvermeidlichkeit von Projektionen zu beklagen.

Im Gegenteil: Wir sollten lieber die Genialität dieses Kunstgriffes der Natur preisen, mittels dessen wir – wenn wir aufmerksam sind – wie in einem Spiegel schließlich und endlich doch erkennen können, was sich im unzugänglichen Dunkel unserer verborgensten, innersten Seelentiefe abspielt, vorausgesetzt, wir lernen die äußeren Zeichen richtig zu übersetzen. Dies ist die Kunst, welche die Astrologie schon zeitalterlang praktiziert.

Ihre Methode ist der Analogieschluss, der nicht weniger logischen Gesetzmäßigkeiten folgt wie die Logik. Es wird dabei von der Ähnlichkeit bestimmter in der Außenwelt sicht- und spürbarer, dem Bewusstsein zugänglicher Gegebenheiten auf das Vorhandensein strukturell ähnlicher, (noch) nicht sichtbarer (= unbewusster) Gegebenheiten geschlossen. Himmlische Konstellationen (von lat. stella = Stern) spiegeln irdische bzw. psychische wider, Sichtbares spiegelt Verborgenes.

Wenn also im Äußeren eine Reihe von Geschehnissen passieren, die meinen bewussten Drang ganz offensichtlich hemmen (Wecker klingelt nicht, Auto läuft nicht an), so lässt das darauf schließen, dass in meinem Innern, unsichtbar, unbewusst, eine Situation „konstelliert“ ist (die Psychologie verwendet hier dieselbe Vokabel wie die Astrologie), die auf Verlangsamung hinzielt. Vielleicht sollte ich mich noch einmal in Ruhe niedersetzen und mir über meine wahre Motivation klar werden, mit der ich in diese Besprechung hineinzugehen beabsichtige. Ich sollte mir Bedenkzeit nehmen, meine rational vorgeschobene, bewusste Einstellung überprüfen und richtig stellen. Eine Stimme, die ich mit raschem Tempo überdrücke, flüstert mir zu: „Halt ein, lass dir raten ...“

Diese Stimme gehört, astrologisch gesehen, Saturn.

Rezensionen

merCur:
"Lobenswert ist, dass Frau Romankiewicz immer "bei der Stange" bleibt, das heißt, sie entwickelt ihre Aussagen stets anhand konkreter Bezugnahme auf das Werk C. G. Jungs. Fazit: Das Buch ist ein ausgezeichnetes Basis- und Nachschlagewerk, besonders für psychologische Astrologen."

Jung Journal 9/2003:
"Mit geradezu schöner Sprache gelingt es der Autorin, die Archetypen in ihrem göttlichen Wirken aufzuzeigen und transparent zu machen. Wer sein Horoskop noch nicht selbst deuten gewagt hat, findet in diesem Buch, das Theoretisches und Praktisches so gekonnt miteinander zu verbinden versteht, eine Fundgrube für hilfreiche Deutungsansätze. Den fundierten Zugang zur Jungschen Archetypenlehre gibt es gratis dazu. Fazit: ein gelungenes Buch, das sich gut alsgeschenk eignet und dem viele interessierte Leser zu wünschen sind. "

Astrologie Heute 99/2002:
"Romankiewicz nähert sich dem Thema auf verständliche Weise, das Buch ist übersichtlich und gut strukturiert. Sie erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, das ist bei diesem Thema und vor allem mit bezug auf C.G. Jung auch fast nicht möglich. Aber sie selbst betont, dass sie Anregungen für eigene Gedanken geben möchte, und das ist ihr tatsächlich gelungen.

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