Astrologie und Psyche

Das Selbst im Spiegel des Kosmos
Art.-Nr.: 00-10

Dane Rudhyar

Produktform:  Harcover, 6 Abbildungen, 3. Auflage
Seitenzahl:  276
Erscheinungsjahr:  2006
ISBN:  978-3-925100-10-9
EAN:  9783925100109
Menge:
lieferbar Gewicht: 0.493 kg

Produktdetails

Ein Glas kann mit Gift oder einem süffigen Wein gefüllt sein, beide Flüssigkeiten werden von der Form des Glases gestaltet. Ähnlich verhält es sich mit der Psyche: selbst wenn die Struktur (z.B. im Horoskop) festgelegt ist, so muß dies noch lange nicht bedeuten, daß auch die Ereignisse, welche dieses Grundschema mit Leben erfüllen, ebenfalls schon vorherbestimmt sind. Mit ganzer Überzeugungskraft vermittelt der Autor seine Botschaft: das Horoskop ist ein Archetyp besonderer Art. Rudhyar deckt auf, dass die Astrologie sehr wohl bei der Entwicklung der Persönlichkeit Pate stehen kann. Gleichzeitig versäumt er es aber auch nicht, auf die darin verborgenen Gefahren hinzuweisen. Besonders wertvoll sind seine Ausblicke auf die Mysterien von Schlaf und Traum, die sexuellen Faktoren der Persönlichkeit, die großen Wendepunkte im Leben und den erfolgreichen Umgang mit Krisen. Hier gibt er nicht nur Hilfestellungen zur Lösung von Problemen, sondern demonstriert anhand grundmenschlicher Erfahrungen die Einheit von Individuum und Universum.

Autorenporträt

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 Dane Rudhyar

Dane Rudhyar (1895 - 1985) geboren und aufgewachsen in Frankreich. Er komponierte zahlreiche Werke für Orchester und Klavier und emigrierte während des Ersten Weltkrieges in die USA. Dort kam er zu der Theosophischen Gesellschaft und befasste sich intensiv mit östlicher Philosophie und Psychologie. Seit Erscheinen seines Hauptwerkes "Die Astrologie der Persönlichkeit" gilt er als der Begründer der psychologischen Astrologie. Er verfasste 60 meist astrologische Bücher.

Leseprobe

Große Wendepunkte im Leben

Wir wissen alle, dass der menschliche Körper während einer Lebensspanne verschiedene Phasen durchläuft: er wächst heran, reift und verliert dann schrittweise seine Elastizität und Lebensenergie. Seine Organe, vor allem die endokrinen Drüsen, die wichtige Hormone produzieren, unterziehen sich von Zeit zu Zeit Erneuerungsprozessen; ihr harmonisches und zerbrechliches Aktivitätsgleichgewicht wird verschoben, und dann (wenn alles gut geht) wieder neu eingestellt. Zu den wichtigsten Perioden organischer und hormoneller Neuorientierung gehören die Adoleszenz und die Wechseljahre, denn hier kommt es ganz offensichtlich zu den nachhaltigsten Auswirkungen auf Gefühlsleben und Verhalten der betreffenden Person. Es gibt noch andere Wendepunkte in der Entwicklung eines Individuums, die, auch wenn sie weniger eindeutig mit körperlichen Veränderungen verbunden sind, von größter Bedeutung für die Herausbildung des Charakters sind. »Charakter« kann man auf verschiedene Weise definieren. Für dieses Kapitel werde ich folgendes vorschlagen: das Wort bezieht sich auf alle Einstellungen einer Person zu ihrem Selbst (oder ihrer Individualität) in Relation zur Welt im großen und ganzen, und besonders im Verhältnis zu den Leuten, mit denen sie eng verbunden ist, sei es freundschaftlich, verwandtschaftlich oder geschäftlich.

Lassen sie mich dies näher erklären: der Charakter wird festlegt durch das, was man im Innersten als sein Selbst fühlt, das, was man als Person ist. Man kann sich unterlegen oder erhaben fühlen, frustriert oder selbstbewusst, man kann von der eigenen Erfolglosigkeit niedergeschlagen sein, oder schwungvoll und voller Bereitschaft, die Welt zu erobern. Man kann sich als ein einmaliges Individuum empfinden, erfüllt mit einem Missionsdrang. Man kann vielleicht instinktiv und aus Angst oder Unsicherheit die Bequemlichkeit in einer konformistischen Einstellung suchen. Oder man man liebt es vielleicht, sich durch sein Tun, seine Kleidung oder durch ungewöhnliche Gefühlsreaktionen auf verschiedene Lebenssituationen abzusondern; oder aber man fürchtet sich aufzufallen, ist schüchtern, hasst es, im Rampenlicht zu stehen und beharrt auf Tradition.

Ich zähle nur die offensichtlichsten Charaktergegensätze auf, aber es gibt davon noch endlose Variationen. Jedem Charaktertypus entspricht nicht nur ein bestimmtes inneres Gefühl dessen, was man als ein Selbst ist, sondern auch eine spezielle Art, menschlichen Beziehungen und den großen oder kleinen Herausforderungen des Alltages zu begegnen. »Selbst« und »Beziehung« sind die zwei Pfeiler allen menschlichen Handelns; und im astrologischen Geburtshoroskop entsprechen diesen zwei zusammengeschalteten und komplementären Facetten des Charakters der Aszendent und der Deszendent — die Spitzen des 1. und 7. Hauses, die östlichen und westlichen Abschnitte des Horizontes zum Zeitpunkt der Geburt. Die Zeichen, Tierkreisgrade und alle Planeten, die hier »aufsteigen« oder »untergehen« sind wichtige astrologische Indikatoren auf das, was das Selbst dem Geborenen bedeutet und wie er sich besonders charakteristisch menschlichen Beziehungen annähert.

Die zwei oben angeführten Phasen der organischen Veränderung, nämlich Pubertät und Wechseljahre haben tiefschürfende Auswirkungen auf die Entwicklung des Charakters. Was ich jedoch für die fundamentalste Wendemarke halte, tritt nicht zu diesen Zeitabschnitten ein, sondern jeweils Jahre später. Genauer gesagt handelt es sich um eine Art wellenförmige Entwicklungsmuster, welche auf Rhythmen von 7 bzw. 14 Jahren basieren. Schon den antiken Zivilisationen war der 7-Jahres-Zyklus im menschlichen Leben bekannt und wir finden auch Hinweise darauf in unserer christlich-europäischen Tradition. Die Jesuiten pflegten zu sagen, dass es keine Rolle spiele, was später passiert, wenn sie ein Kind während den ersten sieben Lebensjahren in ihre Obhut nahmen. Sieben galt als das »Alter der Vernunft«, danach hielt man das Kind für »verantwortlich«. Einige europäischen Okkultisten haben behauptet, dass in jenem Alter zum ersten Mal die »Seele« in den Körper eintritt und von innen aus der Persönlichkeit des Kindes heraus agiert. Vierzehn gilt normalerweise, je nach Erbanlage und Klima, als die Zeit der Pubertät. Mit 21 kommt ein Junge oder Mädchen definitiv »ins Alter«, verfügt über das Wahlrecht, ist geschäftsfähig usw.

Dann kommt der 28. Geburtstag. Dieser Lebensphase möchte ich besondere Aufmerksamkeit schenken. Man pflegte immer zu sagen, dass die theoretische Lebenslänge 70 Jahren betrage, aber heutzutage liegt die Lebenserwartung darüber. Interessanterweise haben wir nun gerade dadurch, dass Uranus beim Anbruch der industriellen und demokratischen Ära entdeckt wurde, einen neuen Archetypus bzw. ein neues theoretisches Konzept für die Dauer eines Menschenlebens. Denn die Rotation des Uranus um den Tierkreis beträgt ungefähr 84 Jahre, was somit also das alte Vorstellungsbild um weitere 14 Jahre ergänzt. Vierundachtzig entspricht 12 x 7, folglich also einem kompletten »Tierkreis« von zwölf 7–Jahresperioden.

Dieser zwölfteilige Tierkreis fächert sich selber bezeichnenderweise wieder in drei Lebensabschnitte von jeweils 28 Jahren auf. Aus dieser uranischen Perspektive heraus betrachtet ist es quasi so, dass ein Widder–Geborener im Löwen 28 und im Schützen 56 wird. Vor vielen Jahren habe ich von diesen drei Phasen in meinem Buch »Das astrologische Häusersystem«" als der ersten, zweiten und dritten Geburt gesprochen. Da wäre zunächst die Geburt als physischer Organismus, der durch die elterlichen Erbanlagen bedingt ist und sich biologisch entwickelt. Dann folgt die psychische Geburt innerhalb einer bestimmten sozialen und kulturellen Umgebung, welche schon von Anfang an die emotionalen und intellektuellen Einstellungen formt. Schließlich die Wiedergeburt als Individuum, die das Selbst in individualisierter Weise zur Geltung bringt, um ein mehr oder weniger einmaliges Schicksal zu erfüllen. Zuguterletzt eine eventuelle endgültige Neuordnung dieser Individualität, wodurch eine reifere, sanftere und weisere Teilnahme am Sozialleben möglich ist.

Rezensionen

Meridian: "Dieses Buch lässt sich auch in Phasen persönlicher Krisen gut lesen, man wird verstärkt daraus hervorgehen, weil die Sinnfrage gezielt angesprochen wird - im Gegensatz zu vielen "Deutungs-Kochbüchern", deren Lektürre in diesem Fall beinahe "tödlich" sein kann."

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