Über den neuen Stern

Ein Loblied auf die himmlischen Wissenschaften
Art.-Nr.: 244

Tycho Brahe

Produktform:  Hardcover, 11 Abbildungen,
Seitenzahl:  115
Erscheinungsjahr:  2015
ISBN:  978-3-89997-244-3
EAN:  9783899972443
Menge:
lieferbar Gewicht: 0.248 kg

Produktdetails

Tycho Brahe hatte großen Einfluss auf die Entstehung der Wissenschaft. Mit seiner Abhandlung "Über den neuen Stern, der jetzt erstmals auf Deutsch erscheint, wurde er schon zu Lebzeiten weltberühmt. Neben der Beobachtung der Supernova von 1572 beschreibt er auch deren astrologische Wirkungen. Ein Jahr später hielt er eine Vorlesung, die er mit seinem "Loblied auf die himmlischen Wissenschaften" eröffnete. Meist wird ihm eine Distanz zur Astrologie nachgesagt. das vorliegende Schrift belegt, dass dies wohl mehr dem Wunschdenken mancher Wissenschaftler als der Realität entspricht. Brahe kritisierte zwar wohl die Vorgehensweise mancher seiner Kollegen, an der Kunst selbst hielt er zeit seines Lebens fest.

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 Tycho Brahe

Tycho Brahe (1546-1601), dänischer Astronom. Schon zu Lebzeiten hat er sich den Ruf als einer wichtigsten Astronomen erworben. Er legte großen Wert auf exakte Beobachtung es Himmels. Lebte viele Jahre auf der Insel Hven im Øresund. Nach dem Tod seiner Gönners musste er das Land verlassen und siedelte sich schließlich in Prag an, wo er mit Kepler zusammentraf.

Leseprobe

Der Herr von Uraniborg

Tycho Brahe wurde als Tyge Ottesøn Brahe am 14. Dezember 1546 um 10:47 (julianisch) auf Schloss Knutstorp in Südschweden geboren. Er war der älteste Sohn von Otto Brahe und Beate Bille, beide adeliger Abstammung, wuchs jedoch nicht bei seinen Eltern auf, sondern bei seinem kinderlosen Onkel Jørgen Brahe. Dort verbrachte er eine einsame Kindheit. Seine Zieheltern verwöhnten ihn und stellten ihm ab dem siebten Lebensjahr einen Lateinlehrer zur Verfügung. Im Alter von 14 Jahren wurde er an der Universität Kopenhagen eingeschrieben. Zwei Jahre später schickte sein Onkel ihn nach Rostock, Leipzig, später auch Wittenberg und Augsburg, um Jura zu studieren. Tatsächlich befasste er sich der junge Brahe dort jedoch heimlich immer mehr mit astronomischen Studien.

Brahe war zeit seines Lebens ein Exzentriker und ein Hitzkopf. Davon zeugen die vielen juristischen Auseinandersetzungen, die in zahlreichen Briefen belegt sind. Im Dezember 1566 geriet er in Rostock in eine Auseinandersetzung mit seinem Landsmann und Kommilitonen Manderup Parsbjerg. Angeblich drehte sich der Streit den beide schließlich am Abend des 29. Dezember mit dem Schwert ausfochten um die Frage, wer der bessere Mathematiker sei. Dabei verlor er einen Teil seiner Nase, den er fortan mit einer Prothese aus Gold ersetzte.
Nach dem Tod seines Ziehvaters im Jahr 1571 kam er zu sei-nem Onkel Sten Bille, der über eine umfangreiche Bibliothek und ein Laboratorium verfügte , wo er alchemistische Experimente ausführte und den Nachthimmel beobachtete. Bei dieser Gelegenheit entdeckte er am 11. November 1572 einen »neuen Stern«. Als er im folgenden Jahr in Kopenhagen weilte, musste er zu seinem Erstaunen feststellen, dass keiner der dort lebenden Gelehrten das neue Himmelsobjekt bislang zur Kenntnis genommen hatte. Stattdessen tauchten immer mehr Schriften aus dem Ausland auf, deren irreführende Behauptungen oder beängstigende Prophezeiungen ihn erschütterten. Aus diesem Grund beschloss er seine Beobachtungen niederzuschreiben, um alldem sachlich entgegenzutreten. Anfang des Jahres 1573 erschien DE STELLA NOVA und sollte seinen Ruf als Wissenschaftler begründen. In der Folgezeit knüpfte er zahlreiche Kontakte zu allen wichtigen Gelehrten Europas und pflegte einen regen Briefwechsel mit ihnen.

Seine internationale Bekanntheit blieb auch Frederik II., dem König von Dänemark, nicht verborgen. Zunächst ersuchte der König Tycho Brahe im Jahr 1574, an der Universität Kopenhagen einen Vorlesungszyklus über die Astronomie zu halten. Nach reiflichem Überlegen willigt Brahe ein und am 23. September 1574 hielt er seine Antrittsvorlesung mit dem Thema EIN LOBLIED AUF DIE HIMMLISCHEN WISSENSCHAFTEN. Der König wünschte einen so berühmten Mann gerne in Dänemark zu halten. Im darauffolgenden Jahr bot er Brahe die Insel Hven im Øresund als lebenslanges Lehen für seine Beobachtungen an. Außerdem übernahm die Krone alle Kosten.

Die Insel selbst hatte bislang kaum eine Rolle gespielt in der Geschichte Dänemarks. Für Brahe war sie jedoch in zweifacher Hinsicht ideal: Dort konnte er sich einerseits ungestört ein Observatorium aufbauen und musste andererseits kaum mit ungebetenen Gästen rechnen, denn diese konnten nur unter Schwierigkeiten übersetzen. Auf der Insel lebten etwa 40 Bauern, mit denen Brahe genauso kaltherzig umsprang, wie mit den Untertanen seiner anderen Ländereien wie zahlreiche briefliche Beschwerden belegen.

Auf der Insel Hven angekommen ließ er sich in der Mitte der Insel auf der höchsten Stelle sein Schloss Uraniborg (siehe Abb. 1 und Abb. 2) errichten, benannt nach Urania, der der griechischen Muse der Sternkunde. Am 8. August 1576 wurde durch den französischen Botschafter Charles de Daçay der Grundstein gelegt.  Das Schloss befand sich in der Mitte einer weitläufigen viereckigen Einfassung, deren Ecken nach den vier Himmelsrichtungen zeigten. Von den Ecken führten vier Wege durch eine Anlage mit 300 Obstbäumen zu einem runden Platz, auf dem das Hauptgebäude stand. Das Haus selbst beherbergte neben der Wohnung, der Küche und den Gästezimmern eine Bibliothek, Laboratorien, mehrere Beobachtungszimmer, seinen großen Himmelsglobus und seine astronomischen Messinstrumente.

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Albert schreibt: 07.11.2015
Dieses Buch ist eine echte Überraschung. Man kennt Tycho ja mehr wegen seines umstrittenen Todes. Das er sich ernsthafte Gedanken um die Astrologie gemacht hatte, ist weniger bekannt. Interessant wie er die Skeptiker schon vor 500 Jahren abgewatscht hat - und man hat den Eindruck, an deren Engstirnigkeit hat sich bis heute nichts geändert. Allein schon dieses Passagen in dem Buch sind eine Wohltat. .Hat mir gut gefallen

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