Von den gesicherten Grundlagen der Astrologie

Mit einem Vorwort von Ernst Ott
Art.-Nr.: 00-38

Johannes Kepler

Produktform:  Paperback, 2 Abbildungen
Seitenzahl:  69
Erscheinungsjahr:  2013
ISBN:  978-3-925100-38-3
Menge:
lieferbar Gewicht: 0.107 kg

Produktdetails

Immer wieder wird und wurde von wissenschaftlicher Seite die Behauptung aufgestellt, Kepler habe Astrologie nur am Rande und aus Geldnot betrieben; in Wahrheit sei er ein Gegner gewesen. Zum Beweis werden aus dem Zusammenhang gerissene Sätze angeführt. Mit der vorliegenden Schrift kann sich jeder davon überzeugen, mit welchem Ernst und Eifer Kepler Astrologie betrieben hat, getreu seinem Bekenntnis: „Die Philosophia und also auch die wahre Astrologia ist ein Zeugnis von Gottes Werken und also ein heilig und gar nicht ein leichtfertig Ding.“ Kepler belegt – für jeden kritischen modernen Menschen nachvollziehbar – welches die Grundlagen seriöser Astrologie sind. Er tut dies auf sehr hohem philosophischen Niveau und kommt trotzdem zu ganz konkreten Nutzanwendungen, wobei er wie immer die Wichtigkeit der Aspektlehre betont. Immer wieder warnt der große Astrologe vor zu einfachen mechanischen Deutungen und zeigt auch mit eindringlichen Beispielen, wo die Grenzen der Astrologie liegen. Aus heutiger Sicht gibt das Buch wichtige Denkanstöße zur Synthese von Astrologie und Wissenschaft. Es könnte genausogut den Titel tragen: Grundlagen einer ganzheitlichen Sicht von Himmel, Erde und Mensch.

Autorenporträt

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 Johannes Kepler Johannes Kepler (1571 - 1630) Astrologe, Astronom und Mathematiker. Er war Gehilfe Tycho de Brahes in Prag und nach dessen Tod sein Nachfolger. Dort fand er die nach ihm benannten Gesetze zur Planetenbewegung. Wichtigste Werke sind Mysterium Cosmographicum (1596), Astronomia Nova (1609), Tertium Interveniens (1614), Harmonices Mundi und  die

Leseprobe

Erörterung der Sterneneinflüsse

Wer ein Horoskop berufsmäßig aufstellt, muss vor allem zwei einander entgegengesetzte, verbreitete Ansichten mit hoher Gesinnung übersehen und sich gegen zwei Angriffe niedriger, verächtlicher Gesinnung wappnen, die Ruhmsucht und die Furcht. Denn da die Wissbegier der Menge groß ist, ist derjenige im Geiste unrein, der um der Gunst der Menge willen und wegen eitlen Ruhmes entweder etwas verbreitet, was die Natur nicht zeigt, oder die wahren Wunder der Natur verkündet, ohne die tieferen Gründe zu beachten.

Dagegen stehen diejenigen, die meinen, es zieme sich für einen ernstzunehmenden Mann und Philosophen nicht, dass er an einem Gegenstand, der den Schmutz so vieler alberner und sinnloser jährlicher Wahrsagereien an sich trage, den Ruf seiner Geistesgaben und die Ehre seiner Bildung aufs Spiel setze und der Neugier des Volkes und dem Aberglauben von Schwachköpfen Nahrung gebe, indem er gewissermaßen Öl ins Feuer gieße. Ich gebe zu, dass dies mit großer Wahrscheinlichkeit eingewandt wird und geeignet ist, einen auf seine Ehre bedachten Mann, wenn er schwerwiegendere Gründe nicht hat, von der Verfassung solcher Schriften abzuschrecken.

Wenn jedoch jemand für seinen Entschluss genug Gründe hat, die in ihrer Art Leuten mit offenem Blick gegenüber für sich sprechen, kann er für nichts anderes als einen Feigling gelten, sofern er sich durch die genannten von anderen von außen kommenden Widerwärtigkeiten von seiner Absicht abschrecken lässt aus Sorge, es könnte Gerede entstehen, und aus Furcht vor Verleumdung. Denn wenn auch ein großer Teil der Lehren in dieser Kunst durch die Spielereien der Araber seinen Wert einbüßt, so sind deshalb dennoch die darin enthaltenen Geheimnisse der Natur Nichtigkeiten, noch dürfen sie zusammen mit Nichtigkeiten ausgeteilt werden: Vielmehr gilt es, die Perlen aus dem Schmutz zu suchen. Die Ehre Gottes zu offenbaren, indem man sich Naturbetrachtung zur Aufgabe macht, durch sein Beispiel andere zu ermuntern und seine Mühe darauf zu richten, dass dasjenige, was einst zum besonderen Segen des Menschengeschlechtes dienen konnte, unter allen Umständen aus dem Dunkel der Unwissenheit ans Licht gehoben wird.

Und wenn sich natürlich der Erfolg nicht sofort einstellt und die Unsicherheit von Vorhersagen in dem Durcheinander so vieler Einzeldinge groß ist, so heißt es dennoch, sich umso mehr zu bemühen; denn nur in schwieriger Lage zeigt sich der Meister. Dass wohl viele diese Dinge missbrauchen, um ihre Neugier zu befriedigen, und damit ihren Irrglauben nähren, das schreckt mich genauso wenig ab wie einen tüchtigen Heerführer – um nur eines von vielen Beispielen anzuführen – von der Bestürmung einer Stadt der Verlust einer kleinen Zahl von Soldaten, die er allerdings auch, wenn er könnte, noch retten würde.

Wie also der Arzt nicht auf die abwegigen Vorstellungen des Kranken eingeht, weil er, um sein Heilmittel verabreichen zu können, den Wahngedanken des Patienten mit Worten entspricht und nach dem äußeren Schein sich gefällig erweist, so werden auch von mir, hoffe ich, aufrecht denkende Menschen nichts Unredliches vermuten, dass ich in bester Absicht, aus Rücksicht auf die breite Menge, die nun mal begierig ist zu erfahren, was die Zukunft Unerhörtes bringen wird, in aller Öffentlichkeit über die Zukunft spreche. Unbilligen Urteilen, die uch den höchsten Gipfel der Würde nicht scheuen und ihm höhnen, geschweige denn dass sie diese geringeren Lebensbeschäftigungen, die zumal dem Spott preisgegeben sind, unangetastet lassen, werde ich, wie ein berühmter Mann empfiehlt, „den Rücken kehren.“

Diese meine Betrachtungen nun, Erlauchtester Herr, die das kommende Jahr betreffen, verbunden mit einer ausführlichen Erörterung der Sterneneinflüsse, möchte ich Eurer Erhabenheit vor allem widmen anstelle des üblichen kleinen Geschenkes zum Neuen Jahre, weil ich der Überzeugung bin, dass Eure Erhabenheit einerseits allen Gelehrten, andererseits aber vor allem den Ausübenden dieser Kunst ungemein wohlgesonnen sind.

Prag 1602

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