Zu den Quellen Sibyllas

Die zwölf astrologischen Archetypen in Menschen, Mythen und Geschichte
Art.-Nr.: 2093

Anita Vogel

Produktform:  kartoniert, früher € 9,66, jetzt zum Sonderpreis
Seitenzahl:  410
ISBN:  3-426-86177-1 / 978-3-426-86177-6
EAN:  9783426861776
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lieferbar Gewicht: 0.271 kg

Produktdetails

Die Astrologie sieht in den zwölf Tierkreiszeichen Archetypen, die sich auf den unterschiedlichsten Manifestationsebenen der Realität wiedererkennen lassen. Die Autorin erschließt hier, wie sich die Urbilder des Tierkreises in Menschen, Kunst, Geschichte und Politik erkennen lassen. Welches Lebensmotiv leitete König Ludwig II., der die Königsschlösser erbaute und im Starnberger See ertrank und warum hat Johann Wolfgang von Goethe erst im Alter von 60 Jahren geheiratet? Eine Überraschung reiht sich an die andere, wenn wir zum Urgrund, den Quellen Sibyllas hinabsteigen. Der delphische Lösungsspruch »Mensch erkenne dich selbst« geleitet uns in die Welt der Archetypen, die den bestirnten Himmel ebenso prägt wie die menschliche Seele und die Vielgestalt des Lebens. Geführt von sibyllinischer Betrachtung begeben wir uns auf einen Pfad kosmischer Ordnungsstrukturen, auf dem wir ein neues, vertieftes Verständnis für große Persönlichkeiten aus Literatur und Geschichte gewinnen.

Leseprobe

Jungfrau, die geraubte Kore

Jungfrau inspiriert die Idee von Gefangen- und Verstricktsein in die Materie. In der Körpermaterie ist ein Lichtfunken gefangen, der zur Entfaltung gelangen möchte. So ist der Körper ein Tempel der Seele. Dies ist der tiefere Grund für das Körperbewusstsein in der Jungfrau, die Sauberkeit, die Hygiene, die Reinigung, die Medizin. Jungfrau ist ein Synonym für Reinheit und Ethik. Sie steht also noch vor dem Sündenfall.

Christus wurde von einer Jungfrau — womit in der Ideenwelt das Sternzeichen Jungfrau gemeint ist — geboren. Sie bringt sprichwörtlich das Licht zur Welt. Stellen wir uns einmal den Archetyp von Christi Geburt vor: Das Licht wird von einer Jungfrau geboren in einer Grotte inmitten von Tieren — deutet das nicht den von der Sonne beleuchteten Tierkreis an? Es ist auch geheimnisvoll, daß von der Wintersonnenwende bis Dreikönig um Mitternacht das Sternzeichen Jungfrau am Horizont aufgeht — wer hierbei keinen Schauder empfindet! Es geht um archetypische Wahrheiten. Solche sehen oft nur die Naiven (wie die Hirten) und die Weisen, die dem Stern, also dem kosmischen Ereignis, folgten. Wir müssen die zeitlos gültige Form des Archetyps wie statisches Sein sehen, dessen Ausdruck allgemeingültiger und schärfer ist als die Ausdrucksformen des laufenden Zeitgeschehens. Es geht hier um zwei verschiedene Realitätsebenen. Im Wesen Jungfrau ist auch ein archetypisches Bild für ewige Jugend verankert.

In der Antike begegnet uns das Bild der narzissenpflückenden ahnungslosen Jungfrau, welche von dem schwarzgelockten Unterweltsgott Hades geraubt, im Grunde also vergewaltigt wird. Es ist ihre existentiell wichtigste Erfahrung, geraubt zu werden, es geht um ihre Existenz — um ihre Weiterentwicklung. Sie darf nicht für immer Jungfrau bleiben! Ob ich an die Kore oder ihre Mutter Demeter denke, dies weckt in mir die Vorstellung von Korn, also Brot. Gegenüber der Jungfrau liegt Fische, das Wasser. Wasser und Brot sind die Grundlagen der Existenz — so sehe ich den Begriff der Existenzachse begründet. Es geht im Jungfrau-Mythos um alles Existentielle, um Pflicht, Dienen und Fürsorge. Dies hat mit Arbeit an konkreten Dingen zu tun — was oft mit peinlicher Ordnung, Systematisierungssucht und Zersplitterung einhergeht. Dies heißt nicht, dass alle Jungfrauen ordentlich sind, sie ringen aber wie verzweifelt um Ordnung, manchmal ohne sie zu erreichen.

Ein Extrem ruft immer seinen Gegenpol auf den Plan. So konnte Christus nicht nur von Maria, der Jungfrau, umgeben sein, sondern auch von deren Namensschwester Maria Magdalena, der Hure. Von ihr ist überliefert, daß sie Christus die Füße reinigt, mit ihrem Haar trocknet und salbt. Das ist der dienende, reinigende Aspekt im Jungfrau-Zeichen.

Der Herrscher in der Jungfrau ist Merkur. So wollen wir für unsere Betrachtungen auch das Prinzip des Merkurs im Auge behalten, welches sowohl die Jungfrau als auch die Zwillinge mit Schlauheit und Geschicklichkeit beschenkt. Merkur vertritt auch hier ein teilendes, trennendes Prinzip, doch nicht luftig wie in den Zwillingen, sondern erdhaft und nüchtern.


Sphia Loren

Ein Beispiel dieser Polarität zwischen sinnlich-ausschweifender Art und herber, brüsker Zurückweisung liefert uns die Jungfrau-Geborene Sophia Loren, welche nicht nur dem Namen Sophia, der Weisheit im Sinne der klugen Jungfrau, Ehre macht, sondern auch — sehr bezeichnend für den Geschmack der mediterranen Welt — zwischen den Bildern einer Hure und einer Heiligen pendelt, eine verführte oder geraubte Unschuld mimt. Sie zaubert ewig alte Muster und Spannungsbogen, die archetypisch gesehen eine große Geste haben.

Sophia Loren hat erst in sehr späten Jahren, als es schon zu spät schien, Kinder bekommen. Das ist auch eine Art, das Jungfrauenbild zu leben, ein Image gebend, als wäre sie lange keusch geblieben. Diese Assoziation zur Keuschheit drückt sich nicht zuletzt auch darin aus, dass sie von einem väterlichen Mann geheiratet wurde. Nur das Potential der Sünde lauert in dem keusch und brüsk wirkenden Habitus und lässt so die Phantasie der Verehrer auf Hochtouren laufen. Als Nonne spielte die Loren einzigartig!

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