Die Lichter des Himmels geben Zeichen

Astrologie und Christentum
Art.-Nr.: 1712

Bernd A. Mertz

Produktform:  Hardcover
Seitenzahl:  192
Erscheinungsjahr:  1990
ISBN:  3-85681-241-5 / 978-3-85681-241-6
EAN:  9783856812416
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Produktdetails

Wie tief verwurzelt das Christentum in der Astrologie ist, bezeugen die Horoskope des historischen Jesus und seiner Kreuzigung. Astrologische Symbolik lebt in den kirchlichen Todsünden, im Ablauf des Abendmahls, im Felsengrab, im Stern von Bethlehem, in der Auferstehung und in vielem mehr, wovon uns das Alte und das Neue Testament zu berichten weiß.

Autorenporträt

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 Bernd A. Mertz Bernd A. Mertz (1924 - 1996). Regisseur und Drehbuchautor. Beschäftigte sich seit über 40 Jahren mit Astrologie und war durch einige Erfolgsbücher der Wegbereiter für eine große Popularität der Astrologie. Er gilt heute als einer der führenden Vertreter der modernen Astrologie. In über 50 Büchern und zahlreichen Artikeln befaßte er sich mit den unterschiedlichsten Themen der Astrologie.

Leseprobe

Kirche und Astrologie

Pro und Contra

Unter den Vertretern der Kirche fanden und finden sich Befürworter und Gegner der Astrologie. Gründe, die Astrologie abzulehnen, gibt es sicher genügend, besonders dann, wenn die Astrologie in ihrer Praxis falsch verstanden wird. Wenn nicht mehr die Zeichen des Himmels aufgenommen werden, sondern wenn man den Planeten «Wirkungen» zuschreibt, die zum fatalistischen Verhalten führen. Wenn also Planeten wie Saturn oder Jupiter die Lenker des Schicksals werden und damit Gott entthronen. Mag es auch keiner aussprechen, — es ist, in der heutigen Ausübung leider durchaus der Fall! Es ist sicher auch Aufgabe der Kirche, sich in diesem (ablehnenden) Sinn mit der Ereignisastrologie auseinanderzusetzen. Doch die Ablehnung ist weniger zu verstehen, wenn es um die Erkenntnisastrologie geht, die ja die Lichter des Himmels individuell aufnimmt, um in der Entwicklung weiterzukommen. Daran müsste auch der Kirche gelegen sein.

Diejenigen also, die über die Sterne ein unabänderliches Schicksal prognostizieren, sollten als Astrologenschaft abgelehnt werden, was übrigens bereits innerhalb der Astrologen geschieht. Diejenigen, aber, die der Überzeugung sind, dass das Horoskop ein Wegweiser ist, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, um sich zu korrigieren, mit denen könnten, ja sollten die Vertreter der Kirche zusammenarbeiten.

Meinungen

Viele Kirchenvertreter haben sich intensiv mit der Astrologie beschäftigt, manche waren sogar als Astrologen tätig, wie einige Päpste, etwa Papst Sixtus V. Aber auch Papst Sixtus oder Julius II. wurden wie Leo X. oder Paul III. als horoskopgläubig bezeichnet. Für die Astrologie traten ferner ein: Sylvester II. Johann der XX. und Johann XXI. Andere Kirchenväter verwarfen die Astrologie auf das entschiedenste. Aber es gab auch Kirchenlehrer wie Thomas von Aquin (1225-1274), die sich ernsthaft mit dieser Lehre beschäftigten und mal zu bejahenden, mal zu ablehnenden Urteilen kamen. So schrieb er über die Astrologie:

«Die Disposition des menschlichen Körpers ist abhängig von den Bewegungen am Himmel. Daher tragen indirekt die Himmelskörper zur Güte der Intelligenz bei: Wie die Ärzte die Güte des Intellekts nach der körperlichen Beschaffenheit beurteilen als der nächsten Disposition, so vermag dies auch der Astrologe aus den Bewegungen am Himmel als der entferntesten Ursache einer solchen Disposition.»

Oder an anderer Stelle:

«Mit Sicherheit das Eintreffen von Ereignissen und Umstünden vorauszusagen, gehört zum Aberglauben und ist unzulässig; die Voraussage nach dem Gestirnstand von natürlich eintretenden Ereignissen ist ehrlich und zulässig.»

Und:

«Die Mehrzahl der Menschen folgt den Leidenschaften, den Regungen nämlich des sinnlichen Strebensvermögens; zu diesen Regungen können die Himmelskörper ihren Einfluss beisteuern; es gibt nur wenige Weise, die derartigen Leidenschaften widerstehen. Und darum können die Sterndeuter für die Mehrzahl der Fälle Wahres voraussagen, besonders wenn sie sich an allgemeine Voraussagen halten. Nicht aber im Einzelnen, denn nichts hindert einen Menschen durch freie Selbstbestimmung den Leidenschaften zu widerstehen. Darum sagen auch die Sterndeuter selbst: Der Weise steht über den Sternen, sofern er nämlich seine Leidenschaften beherrscht.»

Thomas von Aquin führt schließlich noch ein praktisches Beispiel an:

«Und so kann als wahr gelten, was Ptolemäus im Centiloquium sagt: Wenn der Merkur in einer Nativität (altes Wort für Horoskop) in einem der Häuser (Zeichen) des Saturns steht und zwar in kräftiger Stellung, verleiht er gute Intelligenz zum Forschen.»

Wir könnten noch mehr astrologiefreundliche Worte von Thomas von Aquin zitieren, wollen aber doch auch andere Kirchengelehrte zu Wort kommen lassen.

«Alles was Natur und Kunst hervorbringt, wird von den himmlischen Kräften bewegt. Die Figuren des Himmels (!) und der himmlischen Körper waren vor allen übrigen erschaffenen Dingen da, und deshalb haben sie Einfluss auf alles, was nach ihnen entstanden ist.» (Albemus Magnus)

«Die Sterne wirken zwar nicht selbst, aber sie verkünden den Willen Gottes.» (Origenes, Kirchenlehrer)

«Groß ist die Würde der Seelen. Der Mensch ist nämlich nicht um der Sterne willen geschaffen, sondern die Sterne sind uni der Menschen willen geschaffen.» (Papst. Sixtus V)

Melanchton hat übrigens das klassische Astrologie-Lehrbuch des Ptölemäus aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt, und sich auch sonst mit der Astrologie beschäftigt; er war der Überzeugung, dass auch nicht die kleinste Pflanze zufällig geboren wird.

Alle der Astrologie positiv gegenüberstehenden Kirchenlehrer waren jedoch der richtigen Meinung, dass der «freie» Wille durch den Einfluss der Sterne nicht aufgehoben wird. Und darauf kommt es wohl letztlich an. Auch Thomas von Aquin führt ein Zitat aus dem Tetrabiblos des Ptolemäus an.

«Wir müssen nicht glauben, dass die Gestirnseinflüsse sich unvermeidlich auswirken wie das, was durch (unmittelbare) göttliche Anordnung geschieht und dem man in keiner Weise ausweichen kann, und auch nicht wie das, was mit strenger Notwendigkeit geschieht.»

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