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Die Sternenschrift im Heraklesmythos

Eine astropsychologische Deutung der zwölf Taten des Herakles in Analogie zum Tierkreis.
Art.-Nr.: 1229

Olga von Ungern-Sternberg

Produktform:  Hardcover, Ladenpreis aufgehoben, im Verlag vergriffen
Seitenzahl:  186
ISBN:  3-7314-0599-7 / 978-3-7314-0599-3
EAN:  9783731405993
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Produktdetails

Die zwölf Aufgaben des Herakles stellen die Stufen des Prozesses dar, die zur vollen Menschwerdung hinführen. Es sind die Erlebnisse, die durchkämpft werden müssen und die, will man die wirkliche Ganzheit in sich entwickeln, jede für sich eine innere Situation darstellen.

Autorenporträt

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 Olga von Ungern-Sternberg Olga von Ungern-Sternberg (1895 - 1995). 1920 Staatsexamen in Medizin. Befaßte sich ab 1923 mit Astrologie. 1929 bis 1955 als praktische Ärztin in Leipzig ansässig, danach in Bochum. Sie war sehr erfolgreich und beliebt als Ärztin.

Leseprobe

Der Prozess der Menschwerdung

Die erstmalig bewusste Anteilsgewinnung des Menschen am organischen Kräftespiel der Welt hat am Mythos des Herakles Ausdruck gewonnen. Herakles half, Jupiter und seine Geschwister einzusetzen.

Um seinen Entschluss, für diese Götter zu kämpfen, zu verstehen, müssen wir die Vorgeschichte kennen. Der Saturn (griechisch Chronos) hat seinen Vater Uranos entmannt und hat sich selbst an die Stelle gesetzt. Vorher herrschte der Titanenkreis, sechs Titaninnen und sechs Titanen, ein harmonischer Kreis, ein Bild der Aufbaupotenzen unseres Weltalls. Gäa, die Erde, sah die Katastrophe voraus, die durch ihren Sohn Chronos entstehen würde. Wir entnehmen die folgenden Verse dem Buch »Griechische Götterlehre«, Hamburg 1859, von E. Braun, der ein wunderbarer Kenner der Antike gewesen ist. In der Theogonie von Hesiod lesen wir:

“Sie gebar auch das rastlose Meer mit dem tobenden Schwalle, Ohne beglückende Liebe den Pontos; Uranus2 schenkte Sie den Okeanos dann, den tiefaufwirbelnden Herrscher, Koios dann und Krios, Japetos und Hyperion,
Theia auch und Rheia, Mnemosyne ferner und Themis, Poibe mitgoldenem Kranz, und endlich die liebliche Tethys.

Erst nach diesen entsproßt ihr Kronos, der schlaue Berater, Er, ihr schrecklichstes Kind; er haßte den kräftigen Vater. Wieder erzeugte sie dann die Kyklopen voll trotziger Wildheit, Brontes, Steropes auch und Arges, trotzigen Mutes, Welche dem Zeus hinreichten den Donner und schmiedeten Blitze. Sonst zwar gleichen sie ganz den unsterblichen Göttern an Ansehen, doch ein Auge nur war in die Mitte Der Stirne gesetzet“.


Diese Verdunkelung des Bewusstseins, die dadurch geschah, dass der Saturn sich eben die Herrschaft anmaßte und dadurch der spirituelle Kontakt mit den Himmelskräften verloren ging, das wurde als Katastrophe erlebt. Nun, zunächst war es für die Menschen nicht so tragisch. Es war noch das goldene Zeitalter.
Aber der Saturn selbst erlebte, wie jeder, der an die Macht kommt, die Angst. Die Angst war das bewegende Element für ihn geworden: Die Angst, als Seelenzustand, der mit der Macht zusammenhängt. Deshalb fraß er seine Kinder auf aus Angst, dass ihm das geschehen würde, was er seinem Vater angetan hatte. Die Kinder verschwanden.

Damit war natürlich eine andere Erlebnisstufe entstanden. Das Erlebnis »der Zeit« erwachte und das der Vergänglichkeit. Es verschwand das ursprüngliche Durchdrungensein von den Kräften. Dieses ging verloren. Es herrschte also die nackte Angst, bis Rhea den jüngsten Sohn Zeus vor dem Zugriff des Vaters Saturn-Chronos rettete und ihn in einer Grotte auf Kreta verbarg, bis er herangewachsen war. Dieser zwang seinen Vater, die verschlungenen Kinder wieder herauszugeben und begründete mit dem Kampf gegen seinen Vater und die Titanen eine neue Epoche, die Herrschaft der olympischen Götter.

Dieser Jupiterkosmos war ganz den Menschen zugewandt. Deshalb ist alles, was in diesem durch Jupiter begründeten Kosmos geschah und noch geschieht, das Eigentlich-Menschliche. Die Gesetze der menschlichen Seelenstruktur lassen sich an dem Jupiterkosmos ablesen.
Wir, die wir 2000 Jahre Christentum durchlebten, können den Blick erwerben für die Wandlung, welche die damals vom Menschen erlebten Götterbeziehungen als Grundfähigkeiten in unserem Innern angelegt haben. So hätte es keinen Sinn, von den Taten des Herakles zu sprechen, wenn sie nicht bei wacher Betrachtung die Struktur des Menschlichen für uns verständlich machten.

Die Herrschaft des Jupiterkosmos schuf das freie Kräftespiel für die verschiedenen Gottheiten unter Anerkennung einer obersten Notwendigkeit, die sich allerdings jedem Begreifen entzieht. Im Heraklesmythos stellt sich die erste Ganzheitsschau der spezifisch menschlichen Kräfte dar mit ihren Grenzen. Es ist die Herauskristallisierung eines Bildes vom Menschen.

Die zwölf Aufgaben stellen die Stufen des Prozesses dar, die zur vollen Menschwerdung hinführen. Es sind die Erlebnisse, die durchgekämpft werden müssen und die, will man die wirkliche Ganzheit in sich entwickeln, jede für sich eine innere Situation darstellen, gleichviel, ob man sie als gleichzeitiges äußeres Geschehnis auffassen möchte. Wesentlich sind sie als innere Bilder von Geschehnissen, die das Bewusstsein formend bestimmen. Nur, wenn man sich die zwölf Aufgaben konkret als Forderung je einer neuen seelischen Haltung vorstellt, wird einem klar, was der antike Mensch daran erlebte und in sich gestaltete: Eine seelische Haltung neuer Art, die auch in uns als Basis aller möglichen Wirkungskräfte lebendig ist, auch wenn unser Bewusstsein nichts davon weiß. Von diesem Gesichtspunkt aus ist es notwendig, diese Aufgaben einzeln zu betrachten, um die Grundlagen einer neuen Bewusstseinsschau zu bekommen, welche die Psyche als selbständiges entelechiales Wesen ernst nimmt. Sie sind imstande, bestimmte Einstellungen in jedem zu wecken, die zu erreichen auch für den heutigen Menschen ein interessantes, ja lebensnotwendiges Ziel darstellen.

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