Existenz und Wesen aus kosmologischer Sicht

Das Leben ist Teil eines größeren Ganzen - die Individualität ist ein Ausschnitt des Kosmos.
Art.-Nr.: 1975

Thomas Ring

Produktform:  gebunden mit Schutzumschlag
Seitenzahl:  252
ISBN:  3-591-08017-9 / 978-3-591-08017-0
EAN:  9783591080170
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Produktdetails

Der Mensch hat zwei Seiten, den wesenhaften Entwurf und die existenzielle Verkörperung. Aus dem Inhalt:
  • Der Mensch, sein Welthintergrund und seine Bestimmung
  • Organisch kosmologisches Denken
  • Der innerseelische Haushalt
  • Selbstverwirklichung
  • Der Weg aus der Angst
  • Schicksal und Selbstbestimmung
  • Das Tragisch-Heroische
  • Unser Kompaß im Dasein
  • Des Menschen Sinn - Die ewige Frage

Autorenporträt

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 Thomas Ring Thomas Ring (1892 – 1983) führte ein langes und wechselvolles Leben als Schriftsteller, Maler, Philosoph und Astrologe. Als Mitglied der Künstlergruppe "Der Sturm" wurde er in der Öffentlichkeit hauptsächlich als Maler bekannt. Thomas Ring hinterließ auch viele Gedichte, Essays, Theaterstücke und verschiedene andere Schriften. Trotz aller Vielseitigkeit herrscht weithin Einigkeit darüber, dass die wesentliche Bedeutung Thomas Rings in seinem astrologischen Werk liegt. Die "Astrologische Menschenkunde" (4 Bde.) gilt als der Kern des astrologischen Werkes von Thomas Ring.

Leseprobe

Selbstverwirklichung

Gleichfalls auf der Gegenüberstellung von Ich und Anderheit baut sich das System des Ausdrucks, der Art und Weise des Verhaltens auf. Gemeint ist der astrologische Tierkreis und seine Zeichen, begreiflich aus derselben Konstruktionsidee wie die Häuserordnung. Gesagt wurde schon, daß die Inhalte der zwölf Zeichen nicht etwa von den gleichnamigen Sternbildern herstammen. Der Kreislauf meint eine rhythmische Abwicklung von Grundformen des Verhaltens, die in der Auseinandersetzung aller Organismen mit der Welt, doch jeweils artverschieden, auftreten, beim Menschen in einer individuellen Einstellung und Haltung. Die dementsprechenden Anlagen finden sich analog dem jährlichen Rundgang der Erde vor. Die mit den Sternbildern gekennzeichnete Raumrichtung von der Erde aus traf perspektivisch zu in der Zeit des Hipparch. Seitdem hat die sog. Präzession des Frühlingspunktes (Kreislauf von rund 26 000 Jahren) diesen, den Beginn des Systems, gegen den Kreis der Sternbilder rückläufig verschoben, die symbolischen Namen wurden aber beibehalten zur Unterscheidung von zwölf gleichgroßen Abschnitten. Gezählt wird von der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühling an. Inhaltlich stimmt der große Rhythmus des Jahres überein mit dem kleinen des Tages in dem Sinne, daß wir von der gleichen Konstruktionsidee sprechen dürfen, also der Gegensatzführung von Mein und Dein, deren Synthese in der Selbstverwirklichung gesucht werden soll.

Nun stellt aber der Tierkreis das eigentliche Qualitäten-Schema dar gegenüber den gegenständlichen Interessen, die in den »Häusern« untergebracht sind. Die Quadranten bezeichnen hier weniger Dimensionen äußeren Begehrens und Wirkens als Erlebnistönungen, Wertdimensionen. Ihre dinglichen Abgrenzungen treten zurück gegenüber dem abgewandelten Stil des Verhaltens, einschließlich Temperament, tätiger oder leidender Form usw. Das Funktionseigentümliche der schon erwähnten Dreiheit von aufbauender, erhaltender, durchführender Verwirklichung (vgl. S. 43) verteilt sich auf symmetrische Weise; dies ist die Unterteilung in kardinale, fixe und labile Zeichen, der Kreis gesehen als Vorgang, in dem eine Phase aus der andern hervorgeht.

Als wichtigstes Einteilungsprinzip erweist sich, was traditionell unter dem Namen der alten vier Elemente geht. Man stelle sich darunter keine Letztteile stofflicher Zusammensetzung vor, wie unsere chemische Elemente verstanden wurden, vielmehr Zustandsformen gleich den Aggregatzuständen, eingegangen in die Temperamente. Wenn die Psychologie den Geschmack an diesen Temperamenten verlor, dann liegt es nicht nur an der unstichhaltigen Begründung in der antiken Säfte-lehre und dem Mangel einer besseren, sondern an der Vulgarisierung, es sei der Mensch als ganzer ein Choleriker oder Sanguiniker, Phlegmatiker oder Melancholiker. Ein übriges tat der häufige irrige Wortgebrauch, besonders den Phlegmatiker betreffend, der geradezu sprichwörtlich für faul, stumpf, uninteressiert gilt. Die Richtigstellung sieht in den Temperamenten vereinfachende, anschauliche Modelle für Verhaltensweisen in Einklang von Gemütsart und leiblichen Vorgängen, die nie rein und ausschließlich vorkommen. Höchstens gibt es Überbetonungen. Nötig ist, wie bei jeder Typologie, die individuelle Mischung dieser und jener Anteile zu finden.

Dies individuelle Mischungsverhältnis ist ablesbar aus der Geburtskonstellation, da jedes Zeichen des Tierkreises verbunden gilt mit einem bestimmten Temperament, wodurch der Ausdruck der Wesenskräfte modifiziert wird. Die Deutungsweise zu bringen, ist hier nicht der Ort. Alle theoretischen Bestimmungsstücke der Zeichen zusammengenommen ergeben feststehende Artungen des Ausdrucks und der Vitalität, die sich im Verhalten äußern als Abwandlungen der Wesenskräfte.

Wenn jedes »Zeichen« bzw. jede Stilform des Ausdrucks und Verhaltens verbunden auftritt mit einem bestimmten Temperament, so führt dies auf einen Zusammenhang, der auch die vier Temperamente und Elemente der Alten besser verstehen lässt. Als Querverbindung zeigt sich eine Beziehung zur Vierheit der im vorigen Kapitel gebrachten Seinsebenen. Demnach sind einander zugeordnet:

LUFT
=Sanguiniker
=geistige Ebene
=Idee

WASSER
=Phlegmatiker
=seelische Ebene
=Bild

FEUER
=Choleriker
=organische Ebene
=Tat

ERDE
=Melancholiker
=materielle Ebene
=Sache

Wieder darf dies Schema nicht als eine Rangordnung aufgefaßt werden, wie in der dualistischen Wertung von »geistig« und »materiell«,

sondern als eine Übereinanderschichtung, wobei eine Ebene der anderen aufruht. Prinzipiell kann sich jede Wesenskraft auf jeder dieser Ebenen äußern; im Übertritt von einer Ebene zur anderen wurde auf die kategorial verschiedenen Bedingungen, also unterschiedliche Auswirkungen aufmerksam gemacht. Individuell treffen wir nun einen Mehrbezug der verschiedenen Wesenskräfte zu je einer bestimmten Ebene an, dies signalisieren die Zeichen der Geburtsstellung. Gerade hieraus resultieren die oft beklagten Einseitigkeiten, daß der überwiegende »Ideenmensch« ständig dem »Tatmenschen« am Zeuge flickt, der wiederum nicht verstehen kann, wie jemand nur gefühlsmäßig dem »Bild« sich hingibt und dieser wiederum durch einen anderen ernüchtert wird, der von der materiellen »Sache« ausgeht. Es handelt sich dabei um anlagemäßig überbetonte Einstellungen, als sei Existenz vorzüglich dies oder jenes, im Ureigentümlichen (Novum) der betreffenden Ebene erlebt. Wer im dementsprechenden wertungsmäßigen Totalitätsanspruch von daher die gesamte Stellungnahme zur Welt aufzäumt, kommt natürlich in Meinungsstreit mit anders Gelagerten, ob er sich seiner perspektivischen Sicht bewußt ist oder nicht. Zur aperspektivischen Blickweise gelangt man aus dem Verständnis der Gleichberechtigung und Zusammengehörigkeit der vier Seinsebenen, der kosmischen Einheit des Mannigfaltigen.

Vereinfachungen wie die eben genannten ebenso wie die für sich betrachtete Dreigliederung (kardinal, fix, labil) bilden Anschauungsmodelle zum Verständnis der meist komplizierteren Fälle. Es sind ordnende Bestimmungsstücke, durch welche die zahllos scheinenden Verhaltensvariationen begreiflich werden. Hinzu tritt noch eine nach Übereinstimmung oder Gegensatz geregelte Beziehung zwischen Zeichen und Planetensymbolen. Den Wesens- oder Gestaltungskräften stehen die Prinzipien des Ausdrucks um einen Schritt näher als die Bedeutungsschablonen der gegenständlichen Ziele, die Ziele sind darum vertauschbarer als die Haltungen. Denken wir an die Rolle des Kosmotypus als ordnendem Umformer von Erbe und Umwelt, so fällt dem Tierkreis gegenüber den Häusern die Aufgabe zu, im temperamentsmäßigen Widerstreit der Kraftäußerungen wesenhaft »zum Ziel zu kommen«.

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