Du bist alles, was mir fehlt

Suchbild und Selbstbild im Horoskop
Art.-Nr.: 4190

Hajo Banzhaf und Brigitte Theler

Produktform:  Paperback, früher € 12.-, Ladenpreis aufgehoben, bei uns zum Sonderpreis
Seitenzahl:  256
Erscheinungsjahr:  2009
ISBN:  978-3-442-21878-3
EAN:  9783442218783
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Gewicht: 0.34 kg
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Produktdetails

Anima und Animus, die unbewußte Gegengeschlechtlichkeit in Mann und Frau, spielen in jeder Beziehung eine entscheidende Rolle. Dieses Buch zeigt anschaulich und klar strukturiert, wie sie sich als Suchbild und Selbstbild aus jedem Horoskop ablesen lassen. Ohne astrogische Kenntnisse werde hier alle fündig.Ohne astrologische Kenntnisse werden hier alle fündig, die wissen möchten:

  • Wer oder was ihnen fehlt
  • Was sie ihrer Partnerin/ihrem Partner wirklich bedeuten
  • Wie man das Herz einer Jungfrau gewinnt oder sich mit einem Skorpion versöhnt
  • Wieso sich die große Liebe oft als „Mogelpackung erweist
  • Was eine reife Beziehung ausmacht

Ein Ratgeber aus astropsychologischer Basis, der neue Einsichten in alte Beziehungsproblem vermittelt. Eine Fundgrube für alle, die sich und ihre Beziehungen besser verstehen möchten.

Autorenporträt

Alle Bücher dieses Autors

Hajo Banzhaf, (1949 - 2009), studierte Philosophie an der Unversität Münster. Danach Banklehre in München mit anschließender 12-jähriger Banklaufbahn. Ab 1985 war er freiberuflich tätig als Autor, Seminarleiter und Astrologe. Hajo Banzhaf hielt regelmäßig Tarotseminare, veröffentlichte Beiträge in bekannten Zeitschriften und hielt viel besuchte Vorträge über Tarot und Astrologie.

 

Brigitte Theler (1959-2008), Primarlehrerin, Ausbildung an der Schule für Erwachsene (SFER). Hatte über viele Jahre eine eigene Praxis in Zürich und war Redakteurin bei "Astrologie Heute".

Leseprobe

Streben nach Ganzheit

Betrachtet man die menschlichen Sehnsüchte im Spiegel der Schallplattenindustrie, dann gelten Liebe und Partnerschaft zweifellos als das höchst erstrebenswerte Gut unserer Zeit. Schenkt man ihren Texten Glauben, dann müßte dieses Ziel eigentlich mühelos zu erreichen sein. Die Intensität, mit der dort eine Form der Liebe besungen und beschworen wird, die alle Anzeichen einer Mutter-Kind-Beziehung trägt ("Ohne dich kann ich nicht sein", "Du, nur du, nur du allein" usw.), hat deutliche Züge von Massenhypnose. Demzufolge scheinen - in unserem Kulturkreis - die meisten Menschen zumindest insgeheim darauf zu hoffen, daß eines Tages der oder die Richtige auftaucht und dann endlich alles gut wird; was immer sie sich darunter vorstellen.

Vergleicht man dieses Wunschdenken mit der Wirklichkeit, muß man über soviel Optimismus staunen. Vielleicht ist es eine Folge der sanften, aber suggestiven Berieselung durch die Medien, daß viele Menschen einzig die Phasen der Verliebtheit als Ausdruck der wahren Liebe betrachten, während die Enttäuschung, die das natürliche Abebben der Verliebtheit mit sich bringt, stets als Beweis dafür gewertet wird, daß man sich geirrt hat und es doch nicht der oder die Richtige war. Und so hofft man jedesmal wieder auf das nächste Mal.

Schaut man sich aber mit offenen Augen um, so findet man einerseits, daß Beziehungen ohne heftige Krisen zu den eher seltenen Ausnahmen zählen, und andererseits, daß gerade lebendige und intakte Beziehungen oft erst tiefe Krisen durchstehen mußten, bevor sie wirklich reif wurden. Es scheint in diesem Lebensbereich irgendwie um mehr zu gehen, als daß Traumfrau und Märchenprinz einander finden und sich fortan in ewiger Umarmung unbeschwerter Glückseligkeit erfreuen. Es scheint sogar, daß die Reibung in der Beziehung notwendig ist, damit jeder das Beste aus sich hervorbringt.

Wenn wir das Streben nach Ganzheit als unsere Lebensaufgabe betrachten, dann können wir auch erkennen, daß gerade die Auseinandersetzung mit dem anderen Geschlecht ein wesentlicher Katalysator für wichtige Entwicklungsschritte auf diesem Weg ist. Dabei geht es, wie sich zeigen wird, nicht nur um die Reifung der bewußten Persönlichkeit, sondern auch um die volle Entfaltung unserer zunächst unbewußten, inneren Gegengeschlechtlichkeit, die C.G. Jung Anima beziehungsweise Animus nannte.

Solange wir Dinge als harmonisch erleben, werden wir uns ihrer Natur nicht sonderlich bewußt. Erst der Konflikt macht uns wach. Solange Adam und Eva nichts vom Baum der Erkenntnis wußten, lebten sie in paradiesischer Harmonie. Erst das Verbot, von seiner Frucht zu essen, brachte den Konflikt, dessen weitere Folge bekanntlich die Erkenntnis war.

Der Zustand vor der Erkenntnis ist oftmals paradiesisch, und nichts in uns drängt uns in solchen Phasen zu mehr Erkenntnis. Erst wenn es Ärger im Paradies gibt, wenn es plötzlich nicht mehr so schön ist, wie es war, fragen wir uns, was da schief gelaufen ist. Erkenntnis ist immer die Folge eines Konflikts, der uns aus dem Schlummer paradiesischer Einfalt herausreißt. Deshalb wird die Urerkenntnis, das Erwachen der Menschheit zum Bewußtsein oft mit Schuld, Sünde und Erbsünde verbunden. Denn irgend jemand muß es ja zu verantworten haben, daß die schöne Zeit naiver Unschuld vorüber ist. Natürlich bezichtigen wir erst einmal alle anderen dieser Schuld. So hat schon Adam ganz unverblümt Gott die Schuld in die Schuhe geschoben: Nicht ich war es, sondern die Frau, die du mir gegeben hast! Eva war etwas weniger unverschämt und hat ihre Schuld nur der Schlange gegeben, die sie ihrerseits nicht weiter abwälzen konnte und sich seither als Inbegriff böser Verschlagenheit in ihrer Schuld windet. In gleicher Weise sind heute viele Psychotherapien "Elternbeschuldigungsveranstaltungen", bei denen der Patient den Grund all seiner Enttäuschungen und Probleme seinen Eltern anhängt, statt zu begreifen, daß der natürliche Preis für Reife, Erkenntnis und Erwachsenwerden notwendigerweise darin besteht, daß unsere kindlich-naiven Glückserwartungen enttäuscht werden. Betrachten wir die Verliebtheit als die paradiesische Zeit in unserem erwachsenen Leben, nimmt es nicht wunder, daß auch wir empört Gott und der Welt die Schuld geben, wenn wir merken, daß unser Gegenüber nicht länger unser Märchenprinz oder unsere Traumfrau ist, sondern sich mehr und mehr als Mogelpackung entpuppt.

Aber muß es uns nicht zu denken geben, daß aus allen Hitparaden stets die Verklärung symbiotischer Verliebtheit erklingt, daß die Medien sich darum reißen, von Traumhochzeiten zu berichten, während andererseits die Scheidungsquote Jahr für Jahr neue Höchststände erklimmt, unsere Beziehungen immer unverbindlicher und kurzlebiger werden und vom ursprünglichen Lebensgefährten oft nur noch der Lebensabschnittsgefährte übriggeblieben ist?

Das 20. Jahrhundert wird wohl als die Zeit des großen Werteverfalls in die Geschichte eingehen. Was sich nicht in Geldwerten ausdrücken läßt, gilt heute als wertlos. Nachdem inzwischen sogar die Zeit zu Geld geworden ist, hat natürlich kein Mensch mehr Zeit für Muße, Beschaulichkeit und andere "wertlose" Gepflogenheiten. Das Abendland, das in der Antike aufbrach, den Geist zu verherrlichen, und seitdem alles nur Körperliche und Materielle im Laufe der letzten 2000 Jahre immer geringer schätzte und zuletzt wahrhaftig verteufelte, wurde offenbar inzwischen von seinem so massiv verdrängten Gegenpol eingeholt und erstickt nun geradezu am so verachteten Materialismus. Das aber hat zur Folge, daß dem Menschen der Sinn verloren gegangen ist, der sich auch beim besten Willen nicht aus Geld herausquetschen läßt. Da aber jeder Mensch von einem tiefen Bedürfnis nach Sinnerfüllung getrieben wird und die Antworten der Religionen immer weniger überzeugen, suchen heute viele Menschen den Sinn in Bereichen, die damit eigentlich überfordert sind. Vor allem der Beruf, die Liebe und eine auf die drei Buchstaben Sex reduzierte Sinnlichkeit sind die bevorzugten Quellen, aus denen sich Menschen Erfüllung und Lebenssinn erhoffen. Natürlich ist jedes dieser Segmente hoffnungslos überfordert, weil der Sinn nur im Ganzen erfahren werden kann. Entsprechend groß aber sind die Enttäuschungen, die immer wieder erlebt werden, wenn eine neue Aufgabe oder eine neue Liebe die anfängliche Faszinationskraft verliert, von der wir ganz erfüllt waren, und wir betrübt feststellen müssen, daß die unbeantwortet gebliebene Frage nach dem Sinn immer dringender an unsere Türen klopft.

Auch wenn Liebe und Partnerschaft allein nicht den Sinn des Lebens vermitteln können, gibt es in diesem Bereich wichtige und äußerst sinnvolle Erfahrungen zu machen. Die aber liegen gewiß nicht in den tausendfach besungenen, schnulzig-süßen Platitüden, sondern erschließen sich nur den Menschen, die bereit sind, tiefer zu gehen und sich wandeln zu lassen. "Das Zusammentreffen zweier Persönlichkeiten", sagt C.G. Jung, "ist wie eine Mischung zweier verschiedener chemischer Körper: tritt eine Verbindung überhaupt ein, so sind beide gewandelt." Daß der Mensch durch die Beziehung gewandelt wird, darin liegt eine ihrer wesentlichen Bedeutungen. Wie und wozu, das will dieses Buch zeigen.

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