Geschichte der Astrologie

Von den Anfängen bis zur Gegenwart
Art.-Nr.: 3872

Kocku von Stuckrad

Produktform:  Hardcover, früher € 24,90, jetzt als Sonderausgabe, Ladenpreis aufgehoben
Seitenzahl:  412
ISBN:  3-406-50905-3 / 978-3-406-50905-6
EAN:  9783406509056
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Produktdetails

In dieser ersten umfassenden Geschichte der Astrologie beschreibt Kocku von Stuckrad, wie die Sternkunde in Mesopotamien entstanden ist, welche Bedeutung sie im Alten Ägypten hatte und wie das Wissen um den Lauf der Planeten und Sterne in Antike, Mittelalter und Renaissance verfeinert wurde. Er geht der Rolle der Astrologie in unterschiedlichen philosophischen Systemen und in den großen Religionen nach und zeigt, welche neuen Wege die Sterndeutung in der Neuzeit eingeschlagen hat, nachdem ihre Berechtigung zunehmend in Frage gestellt wurde.

Die Astrologie gehört zu den ältesten Wissenschaften der Menschheit. Nicht nur in den frühen Hochkulturen, sondern auch in der europäischen Kulturgeschichte spielte sie eine herausragende Rolle. Sie beeinflußte die Entwicklung der Naturwissenschaften, allen voran Astronomie, Physik und Chemie, war Bestandteil von Philosophien und Religionen und bestimmte politische Entscheidungen von teils erheblicher Tragweite. Kocku von Stuckrad versteht es meisterhaft, diese unterschiedlichen Aspekte zu einer Gesamtsicht zu bündeln, und bringt damit einen oft vernachlässigten und nur mit spitzen Fingern angefassten zentralen Strang der europäischen Wissenschafts- und Geistesgeschichte zur Geltung. Das klar gegliederte, höchst informative Buch ist nicht zuletzt auch eine erstklassige Einführung in die astrologischen Deutungssysteme, mit deren wichtigsten Begriffen ein Glossar bekannt macht. Ein Muss für alle, die sich für die Geschichte und Gegenwart der Astrologie interessieren – egal, ob sie selbst auf der Suche nach Entsprechungen zwischen Himmel und Erde sind oder nicht.

Autorenporträt

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 Kocku von Stuckrad Kocku von Stuckrad (6.April 1966 in Kpandu/Ghana) studierte Vergleichende religionswissenschaft, Philosophie und Judaistik in Bonn und Köln. Zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen darunter Frömmigkeit und Wissenschaft - Astrologie in Tanach, Qumran und frührabbinischer Literatur" (1996) und Das Ringen um die Astrologie - Jüdische und christliche Beiträge zum antiken Zeitverständnis (2000).

Leseprobe

Die First Lady der amerikanischen Astrologie: Evangeline Adams

Die ersten Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden besonders von einer Frau geprägt: Evangeline Adams (1868-1932) arbeitete zunächst als professionelle Astrologin in Boston, bevor es sie im Jahre 1899 nach New York zog. Am 16. März mietete sie sich im Windsor Hotel ein und wurde vom Hotelmanager Warren Leland vor die Wahl gestellt, die erste oder fünfte Etage zu beziehen. Trotz des höheren Preises entschied sie sich für die erste. Da sich Leland auch ein wenig für Astrologie interessierte, legte er ihr noch am selben Tag sein Horoskop vor. Adams sah darin sofort, dass er sich am folgenden Tag in akuter Gefahr befinden würde und fragte ihn nach Ereignissen der Vergangenheit, die bei zwei ähnlichen Auslösungen eingetreten waren. Es stellte sich heraus, dass damals jeweils kleinere Feuer im Hotel ausgebrochen waren, doch die Warnungen vor neuerlicher Gefahr schlug Leland scherzend in den Wind. Am nächsten Tag sei schließlich St. Patrick`s Day, die Börse sei geschlossen und er könne deshalb kein Geld verlieren. Als Leland am nächsten Morgen mit dem Aufzug in den fünften Stock fuhr, stand das ganze Stockwerk bereits in Flammen; das Feuer breitete sich rasch aus und zerstörte das gesamte Windsor Hotel. In dem Inferno kamen Lelands Tochter, Mitglieder seiner Familie und viele Gäste ums Leben, er selber starb drei Wochen später. Adams im Rückblick dazu:

„Ein bitterer Erfolg, werden Sie sagen - meine erste astrologische Deutung in New York. Und das war sie wirklich! Ich hätte all meinen damaligen Besitz dafür gegeben, wenn meine Vorhersage nicht so schrecklich wahr geworden wäre. Doch die Sterne hatten anders entschieden. Und sie hatten beschlossen, soweit es mich betraf, dass aus dem Schlechten etwas Gutes wurde: Die zweitwichtigste Meldung nach dem Feuer war nämlich die Mitteilung Mr. Lelands - in großen Lettern auf der Titelseite gedruckt -, dass Evangeline Adams aus Boston das Desaster vorhergesagt habe.“ (Adams 1926, 39)

Wieder so eine Geschichte, in der eine exakte Vorhersage zu astrologischer Reputation führte. Evangeline Adams eröffnete bald darauf eine Praxis in der Carnegie Hall und wurde zur bekanntesten Astrologin Amerikas. Sie schrieb zwei viel gelesene Bücher (Astrology: Your Place in the Sun, 1927; Astrology: Your Place in the Stars, 1930) und veröffentlichte im Alter von 58 Jahren die eben zitierte Biografie, aus der man viele Details über das Leben als professionelle Astrologin in jener Zeit und über Ereignisse im Leben ihrer Klienten erfährt. Adams entwickelte die traditionelle Methode der Stundenastrologie weiter, indem sie die Radixplaneten in die Häuser des Stundenhoroskops eintrug. Ein geplantes Buch zum Thema wurde aufgrund ihres frühen Todes nicht vollendet.

Bekannt wurde Adams jedoch auch durch einen viel beachteten Prozess. Eine erste Anklage wegen «Wahrsagerei» wurde :1914 vom Gericht abgewiesen, denn der Richter fand in der astrologischen Arbeit nichts, was als Wahrsagerei gelten könnte; doch das war Adams nicht genug:

„Ich habe immer versucht, einen Schritt nach dem anderen zu gehen in dem, was ich gerne meine «Karriere» nenne: Erstens wollte ich meiner gelähmten Mutter die Sorge und Zuwendung geben, die sie so wunderbar verdiente. Zweitens suchte ich mich als bekannteste Astrologin Amerikas zu etablieren. Und jetzt hatte ich nur noch ein Ziel: Astrologie im Staate New York zu legalisieren.“ (Adams 1926, 53)

In einem zweiten Prozess bekam sie bald Gelegenheit dazu. Adams, vertreten durch den bekannten Rechtsanwalt Clark L. Jordan, führte darin aus, die Astrologie sei eine Wissenschaft auf Grundlage von exakten Regeln und habe nichts mit Magie oder dem Übersinnlichen zu tun. Sie bot sogar an, vor Gericht ein beliebiges Horoskop öffentlich zu deuten. Richter Freschi ging darauf ein und nannte ihr die anonymisierten Daten seines eigenen Sohnes. Die von Adams daraufhin vorgetragene Deutung beeindruckte den Richter so stark, dass er sie am 11. Dezember 1914 freisprach. In seiner Begründung finden sich die Sätze:

„Die Verteidigung erhebt die Astrologie in die Würde einer exakten Wissenschaft. [ ...] In der Deutung des Horoskops gelangt sie in einem absolut mechanischen, mathematischen Prozess zu ihrem Ergebnis. Sie führt aus, dass die Astrologie niemals Fehler macht, sondern nur die Astrologen, und dass, wenn die Zahlen richtig sind, die daraus gewonnene Information ebenfalls zutrifft. (Adams 1926, 54)

Dieses Grundsatzurteil wird bis heute immer wieder als Präzedenzfall herangezogen. Es zahlte sich also für Evangeline Adams aus, dass sie «den Gerichtssaal betreten hatte mit einem Stapel von Fachbüchern, der fast bis zur Decke reichte und einer riesigen Menge von Belegen, die bis auf die babylonischen Seher zurückgingen» (1926, 55).

An Broughton, Chaney und Adams erkennt man, wie sehr die Astrologie bis in die 1930er Jahre hinein vom Paradigma einer exakten Wissenschaft geprägt war, die Techniken zur Vorhersage konkreter Ereignisse bereitstellt, sowohl im Leben Einzelner als auch in politischen Kontexten. Gerade in den USA hat diese Form der astrologischen Disziplin bis heute ihre Anhänger. Parallel dazu gab es jedoch auch in Amerika eine spirituell oder esoterisch orientierte Sternkunde, deren wichtigste Vertreter ich nun kurz nennen möchte.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. August 2003: "Das Buch ist gut zu lesen und enthält viel interessantes Material. Im Grunde beschreibt es die Entstehung unserer Kultur von den Anfängen in Mesopotamien bis heute einmal mehr, nur aus einer besonderen Perspektive. Als Laie - und an die richtet sich das Werk erklärtermaßen auch - lernt man viel Neues."

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